10:11 14 November 2019
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    Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias

    Athen: Russland-Sanktionen der EU laufen angekündigten Zielen zuwider

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    Die von der EU gegen Russland verhängten Sanktionen laufen den von Brüssel angekündigten Zielen zuwider. Das erklärte der griechische Außenminister Nikos Kotzias am Samstag am Rande eines EU-Außenministertreffens in der lettischen Hauptstadt Riga.

    „Diese Sanktionen haben – woran wir in der EU bislang glauben – spürbare ökonomische Probleme in Russland zur Folge. Das hat für mich eine Bedeutung. Aber das war doch kein Ziel der Sanktionen… Ich denke, dass Russland in den zurückliegenden Tagen den Willen an den Tag gelegt hat, das Minsker Abkommen zu unterstützen.“

    Griechenland habe eigene Erfahrungen im Umgang mit Sanktionen. Diese Erfahrungen zeugten davon, dass nicht jede Sanktion konstruktiv sei und erfolgreich werden könnte, fuhr Kotzias fort. „Wir sind für Sanktionen, die die andere Seite zwingen würden, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Aber wir sind gegen Sanktionen, die nur aus Zorn verhängt werden.“

    Kotzias zufolge zählt Griechenland zu den Ländern, die die schwersten Verluste infolge der russischen Gegensanktionen hinnehmen müssen. „Dieser uns zugefügte Schaden soll ersetzt werden, das hängt nicht mit ökonomischer Hilfe (der EU) zusammen.“

    Darüber hinaus bemängelte der griechische Außenminister, dass einige NATO-Länder von den Sanktionen sogar profitieren. Als Beispiel nannte er die Türkei. „Der Westen soll gemeinsam gewinnen, aber auch gemeinsam verlieren. Ich bin darüber erstaunt, dass deutsche Medien so viel Aufmerksamkeit den Sanktionen schenken und gänzlich außer acht lassen, dass einige Verbündeten diese Sanktionen schlicht ignorieren“, betonte Kotzias.

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    Sanktionen, NATO, EU, Nikos Kotzias, Russland, Griechenland