12:20 25 April 2019
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    Euromaidan in Kiew

    Umfrage: Mehr als 90 Prozent der Russen wollen keinen „Euro-Maidan“

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    Politik
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    Die überwältigende Mehrheit der Russen wünscht sich keinen prowestlichen Umsturz nach dem Vorbild des ukrainischen Euromaidan. Die meisten halten eine solche Entwicklung in Russland für unmöglich, zeigt eine Umfrage des Moskauer Meinungsforschungsinstituts WZIOM.

    Etwa 94 Prozent der Russen wollen keinen „Euromaidan“ in Russland. Diese ablehnende Haltung ist in gleichem Maße unter Stadt- und Dorfbewohnern und in allen Einkommenskategorien stark verbreitet. Nur zwei Prozent der Befragten waren gegenteiliger Meinung.

    Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Interviewten äußerten, dass in Russland grundsätzlich keine Protestaktionen wie der ukrainische Euromaidan möglich wären. Diesen Standpunkt vertraten vor allem Menschen mit hohem Einkommen (80 Prozent). Unter Minderbemittelten lag der Anteil bei 71 Prozent. Nu etwa 15 Prozent der Russen halten Proteste in ihrem Land nach dem Vorbild des ukrainischen Euromaidan für möglich. WZIOM hat Ende Februar 1.600 Menschen in 132 russischen Ortschaften befragt.

    Als Euromaidan werden gewaltsame Proteste der Anhänger einer Euro-Integration bezeichnet, die vom November 2013 bis Februar 2014 auf Kiews Hauptplatz Maidan stattfanden und mit einem Umsturz endeten. Auslöser der Proteste, die von westlichen Top-Politikern unterstützt wurden, war die Entscheidung der ukrainischen Regierung unter Nikolai Asarow, die geplante Assoziierung mit der EU wegen drohender Milliardenverluste auf Eis zu legen.

    Nach den Unruhen in Kiew erklärte die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch für abgesetzt. Obwohl die von der Verfassung vorgeschriebene 75-Prozent-Mehrheit im Parlament nicht erreicht wurde, stellten Oppositionsparteien eine Übergangsregierung, die von den westlichen Staaten umgehend anerkannt wurde.

    Dagegen haben die östlichen Industrie-Regionen Donezk und Lugansk den nationalistisch geprägten Machtwechsel in Kiew nicht anerkannt und „Volksrepubliken“ ausgerufen. Im April schickte die neue ukrainische Regierung Truppen in die Protestregionen. Bei den Gefechten zwischen Regierungstruppen und Volksmilizen sind nach jüngsten UN-Angaben mindestens 6.000 Zivilisten getötet worden. Seit dem 15. Februar gilt im Kampfgebiet Waffenruhe.

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    Tags:
    Maidan, Waffenruhe, WZIOM, EU, Nikolai Asarow, Russland, Ukraine, Lugansk, Donezk