22:28 15 Dezember 2019
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    Aktivist Abu-Jamal prangert US-Behörden an: „Hölle“ für Schwarze

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    Die Gleichberechtigung in den USA ist nur eine „Chimäre“, die Situation schwarzer Amerikaner eine „Hölle“, sagt Bürgerrechtsaktivist Abu-Jamal in einem Interview für RIA Novosti. Seit seiner Verurteilung wegen Mordes an einem Polizisten im Jahr 1981 befindet er sich in Haft. Seine Anhänger halten jenen Prozess für manipuliert und politisch.

    „Wir haben keine gleichen Rechte. Die Eliten und der Staat nutzen die Rhetorik der Gleichberechtigung, um die reale Situation schwarzer Amerikaner zu tarnen. Diese Situation ist eine schreckliche fortbestehende Hölle“, so Abu-Jamal. Diese Ungleichheit laufe auf „massive Inhaftierungen, Armut und Tod“ hinaus.

    Amerika sei ein Kastensystem. Neben der Mittelschicht gebe es arme Afroamerikaner, denen alles Wichtige im Leben (wie Arbeit, Bildung und gute Wohnverhältnisse) verweigert werde, behauptete Abu-Jamal.

    Im Hinblick auf die Unruhen in Ferguson, die nach dem Todesschuss auf den jungen Afroamerikaner Mike Brown entbrannt waren, sagte Abu-Jamal: „Ferguson sagt uns alles (…). Der Staat beutet die Armen aus, um sie auszuquetschen und ihr Geld zu nehmen. Man greift sofort zum Terror, um die Einheimischen zu zähmen. Die Dinge sind heute höllisch – ungeachtet der Fabel von den gleichen Rechten.“

    Die Präsidentschaft von Barack Obama habe die Situation der Afroamerikaner nicht verbessert. Im Gegenteil: Seit ungefähr acht Jahren hätten die Schwarzen an Wohlstand mehr denn je verloren. Sozial seien sie nun am Boden, hieß es.

    Möglicherweise habe Obamas Amtsantritt das Problem sogar zugespitzt. Sein Wahlsieg sei bei Weißen auf Ablehnung gestoßen: „Alles, was er nun zu tun versucht, ist eine Herausforderung. Er blutet politisch seit seiner Wahl und hat mittlerweile die Mehrheit in den beiden Kammern des Kongresses verloren. Die Republikaner – die Partei der weißen Nationalisten – macht seine Tage immer härter.“

    Die Gleichberechtigung, Obamas Präsidentschaft und die Integration seien nur „Chimären“ und „Pseudo-Lösungen“. Sie seien nicht in der Lage, das Problem der Unterdrückung schwarzer Amerikaner fundamental zu lösen: „Wir feilschen nach wie vor um Almosen (…). In Amerika gibt es derzeit Städte, wo 50 Prozent der Kinder die Schule schmeißen und keinen Schulabschluss machen. Es gibt sogar Städte mit höheren Prozentanteilen. Das System ist gescheitert“.

    Generell bezeichnete Abu-Jamal die Vereinigten Staaten als „Reich“, das sich nicht um die Meinung der anderen kümmere: „Hauptsache, die anderen gehorchen. Falls Guantanamo doch schließt, gibt es nach wie vor Geheimgefängnisse überall in der Welt, wo Folter akzeptiert und verwendet wird. US-Bürger können ins Fadenkreuz von Drohnen rücken, die von den Behörden nach ihrem Gutdünken geschickt werden. Die ganze Nation wird von Bundesagenturen bespitzelt. Das betrifft jeden Anruf, jeden Tastendruck und jedes Telefongespräch.“

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    Tags:
    Gleichberechtigung, Barack Obama, Mike Brown, Mumia Abu-Jamal, USA