08:01 17 Oktober 2017
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    Demonstration gegen Spähprogramme in Washington

    USA drohten Deutschland wegen möglichem Asyl für Prism-Enthüller Snowden

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    US-Abhörskandal (486)
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    Washington hat laut dem deutschen Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel Berlin angeblich streng gemahnt: Sollte Deutschland dem US-Whistleblower Edward Snowden Asyl gewähren, würden die USA die Weitergabe von Geheimdienstinformationen beenden, berichtet „Le Monde“ am Freitag unter Berufung auf den Journalisten Glenn Greenwald.

    Der Enthüllungsjournalist Greenwald hatte die ersten NSA-Dokumente veröffentlicht, die der frühere US-Geheimdienstler entwendet hatte.

    Greenwald zufolge hatte Gabriel ihm gegenüber in dieser Woche geäußert: “Sie haben uns gesagt, sie würden uns nicht mehr über Anschläge und andere nachrichtendienstliche Angelegenheiten informieren.”

    Der ehemalige Mitarbeiter des US-Spionagedienstes NSA Edward Snowden hatte im Juni 2013 den Zeitungen „Washington Post“ und „Guardian“ eine Reihe Geheimdokumente über die Internet-Ausspähaktivitäten der USA und Großbritanniens übergeben. Danach flüchtete er nach Hongkong und von dort nach Moskau.

    Im Juli 2013 ersuchte der Whistleblower, den die USA zur Fahndung ausgeschrieben haben, Russland um zeitweiliges Asyl, das ihm für ein Jahr gewährt wurde. Im August 2014 erhielt Snowden eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung für Russland und damit auch das Recht, aus Russland auszureisen. 

    Alle europäischen Länder haben es abgelehnt, Snowden Asyl zu gewähren.

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    Tags:
    Spionage, Asyl, Glenn Greenwald, Sigmar Gabriel, Edward Snowden, Deutschland, USA
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