09:26 17 Juli 2018
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    Ein US-amerikanischer Panzer

    „Panzer? Nein danke“ - Protest gegen US-Militär in Tschechien

    © AFP 2018 / Ilmars Znotins
    Politik
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    Ende März wird ein US-Militärkonvoi durch Tschechien fahren. Mehr als 500 Soldaten und über 100 Panzerfahrzeuge werden das osteuropäische Land Richtung Deutschland durchqueren. In Tschechien bildet sich eine Protestbewegung dagegen.

    Die US-Kampffahrzeuge sollen nach Übungen in Polen, Litauen und Estland vom 29. März bis 1. April das Territorium Tschechiens durchqueren. Ihr Endziel ist Vilseck in Bayern. Tschechische Anti-Kriegs-Aktivisten haben eine Protestkampagne unter dem Motto „Tanks? No thanks!“ gestartet. Auf ihrer Facebook-Seite lehnen sie die geplante Prozession des US-Militärs als „unnötige und gefährliche Provokation“ ab.

    Nach der Einschätzung der Aktivisten wird eine routinemäßige Truppenverlegung in einer Art „Siegesparade“ präsentiert, um die Tschechen mit der militärischen Stärke der USA zu beeindrucken. Letztes Mal seien so sowjetische Panzer 1968 in die Tschechoslowakei eingerollt, um die Demokratie zu unterdrücken, sagte Tana Bednarova von der Organisation  „Welt ohne Krieg und ohne Gewalt“ zum Sender RT. „Wir wollen keine ausländischen Militärfahrzeuge mehr bei uns erleben.“

    Aus Angst vor heftigen Protesten hat die tschechische Regierung laut örtlichen Medien beschlossen, dem US-Militärkonvoi Schutzgeleit zu geben. Laut Petr Hájek, Chefredakteur des tschechischen Portals Protiproud, sind diese Sorgen nicht ganz unbegründet. Der ehemalige Berater des tschechischen Präsidenten Václav Klaus rechnet mit „ernsthaften“ Protesten gegen den US-Militärkonvoi.

    Mit dem Marsch wollen die USA „der tschechischen Öffentlichkeit ihre militärische Stärke zeigen“, sagte Hájek in einem Exklusivinterview für RIA Novosti. „Das ist eine schockierende Aktion im Geiste der imperialistischen  Vorgehensweise der USA.“ Laut Hájek behandeln die USA Tschechien „wie ein Protektorat“. Er erwarte daher „ernsthafte Gruppen- und Einzelproteste“. „Doch im Informationskrieg werden die Medien offenbar Stillschweigen wahren“, sagte Hájek weiter. Er erinnerte an das Versprechen des tschechischen Verteidigungsministers, mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Demonstranten mit dem US-Konvoi in Kontakt kommen. „Das ist lächerlich, weil US-General Philip Breedlove zuvor gerade das Gegenteil gesagt hatte, nämlich dass die US-Soldaten sich mit tschechischen Bürgern treffen wollten. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die empörten Menschen von den US-Kolonnen ferngehalten werden sollen.“

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    Tags:
    Philip Breedlove, Tana Bednarova, Petr Hájek, Deutschland, USA, Estland, Tschechien, Bayern, Litauen, Polen
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