15:53 18 Dezember 2017
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    US-Soldaten marschieren durch Straßen von Riga

    „Die Waffen nieder“: Ostermärsche gehen los

    © Foto: US Army / Sgt. 1st Class Jeremy J. Fowler
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    Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die Tradition der Ostermärsche zwar zurückgegangen, aber gerade durch die Ukraine-Krise und NATO-Aktivitäten scheint der Ostermarsch wieder an Bedeutung zu gewinnen.

    „Die wirklich steigende Kriegshetze, die beängstigenden Entwicklungen hinsichtlich eventueller Waffenlieferungen an die Ukraine oder dieser USA-Panzerzug durch Osteuropa sind so beunruhigend, dass wir diesmal das Motto von Bertha von Suttner gewählt haben,Die Waffen nieder‘,“ sagte Laura von Wimmersperg von der Berliner Friedenskoordination, die seit 40 Jahren Ostermärsche veranstaltet.

    „Die Worte der österreichischen Pazifistin:,Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Und nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden‘ haben wir nochmal problematisiert“, erklärte sie im Interview mit Nikolaj Jolkin. „Jetzt gerade 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, wo wir uns auch auf den Tag der Befreiung vorbereiten, sind die Zuspitzungen wirklich beängstigend. Am 4. April treffen wir uns am S-Bahnhof Friedrichstrasse. Am Dorothea-Schlegel-Platz gibt es ein Denkmal in Erinnerung an die deportierten jüdischen Kinder. An dieser Stelle hat die Bundeswehr einen Informationsshop vor kurzem aufgemacht. Eben dort veranstalten wir die Auftaktkundgebung. Dann gehen wir zum Lustgarten und zum Teil durch die Friedrichstraße.“

    Auch zum Tag der Befreiung plant Laura von Wimmersperg mehrere Veranstaltungen: „Wir bereiten eine Demonstration vor, die erst am 10. Mai der Abschluss der ganzen Feierlichkeiten sein wird. Am 8. und 9. Mai werden in Berlin große Veranstaltungen vom Verein der Verfolgten des Naziregimes veranstaltet, und wir wollen uns gegenseitig keine Konkurrenz machen. Diese Feierlichkeiten sind ehrendes Gedenken und Dank an die Sowjetarmee. Unsere Demonstration am 10. Mai weist in die Zukunft, weil wir gegen Kriegshetze, gegen Kriegsplanung und Propaganda auftreten.

    Es gibt noch Veranstaltungen am 9. Mai, die die Berliner Friedenskoordination unterstützt. „Ein Historiker, der selber mit der Friedensbewegung nicht viel zu tun hat“, so Laura von Wimmersperg weiter, „hat aufgerufen, dass es dringend notwendig wäre, den Sowjetsoldaten für die Befreiung zu danken,,dass wir nicht so glücklich leben könnten, wie wir das jetzt tun‘, so hat er das formuliert. Er hat die Berliner aufgerufen, zum Ehrenmal für gefallene sowjetische Soldaten in Westberlin beim Brandenburger Tor zu kommen. Und wir haben die Vermutung, dass da schon einige hinkommen, die das sonst gar nicht tun. Am Abend des 09. Mai gibt es eine satirische Veranstaltung. Denn die Bundeswehr feiert einen Bundeswehr-Ball wegen der 60 Jahre seit der Gründung der Nato. Und das am Tag des Sieges über den Faschismus! Das ist eine unglaubliche Instinktlosigkeit. Und wir machen einen,blutigen Ball am Rande des Vulkans‘. Das ist noch nicht ganz fertig ausgedacht. Wir sitzen noch in der Arbeitsgruppe daran. Das werden wir machen, wo die reingehen zum Bundeswehr-Ball.“

    Seit November 1945 erinnert das sowjetische Ehrenmal in Berlins Mitte an die gefallenen Sowjetsoldaten des Zweiten Weltkriegs. Zwei T-34-Panzer der sowjetischen Armee flankieren die Statue eines Rotarmisten am Ensemble an der Straße des 17. Juni. Vor einem Jahr scheiterten die Forderungen der Boulevardpresse, diese Panzer vor dem Hintergrund des angeblichen russischen Vorgehens in der Ukraine zu entfernen. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die Panzer Teil des Sowjetischen Ehrenmals bleiben. Auf dem Gelände des Ehrenmals liegen die Gräber von rund 2500 Soldaten.

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    Tags:
    Waffenlieferungen, Zweiter Weltkrieg, T-34-Panzer, NATO, Berlin, USA, Ukraine
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