14:01 28 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 938
    Abonnieren

    Die Bundeswehr will laut Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bewaffnete Drohnen anschaffen. Schon in den nächsten Jahren sollen Drohnen von Beginn an mit Raketen bestellt werden, sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr Volker Wieker. Was das für Implikationen mit sich bringt, sagt Sicherheits- und Rüstungsexperten Dr. Marcel Dickow.

    Die Bundeswehr will laut Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bewaffnete Drohnen anschaffen. Schon in den nächsten Jahren sollen Drohnen von Beginn an mit Raketen bestellt werden, sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr Volker Wieker. Was das für Implikationen mit sich bringt, sagt Sicherheits- und Rüstungsexperten Dr. Marcel Dickow.

    Der Experte begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung im Kern: „Es ist hoffentlich das Ende der Kleinstaaterei in Bezug auf die Anschaffung von Drohnen. Die große Frage ist natürlich, ob wir es hier mit bewaffneten Drohnen oder unbewaffneten Drohnen zu tun haben. Das wird die Zukunft zeigen.“

    Außerdem hebt er hervor, dass die technologische Fähigkeit, eine Drohne zu bauen auch wichtig für Europa sei: „Die Errungenschaft ist, Flugzeuge zu bauen, die ferngesteuert oder sogar zum Teil autonom fliegen können. Diese Fähigkeit will man sich in Europa aneignen beziehungsweise sichern, und deswegen ist es neben dem Rüstungsprojekt vor allen Dingen auch ein industrie- und technologiepolitisches Projekt.“

    Ob der Erwerb dieser technologischen Fähigkeit auch eine strategische Emanzipierung von den USA bedeutet? Dickow: „Das gemeinsame europäische Projekt, was da jetzt diskutiert wird, ist auf jeden Fall eine technologiepolitische Emanzipierung. Das heißt, man will in der Lage sein, die Technologie zu beherrschen. Es hat in der Tat in den letzten Jahren einige Bemühungen gegeben, in Kooperation mit den Amerikanern solche Systeme von amerikanischen Herstellern zu kaufen, und da hat es Schwierigkeiten gegeben — wie das immer zwischen unterschiedlichen Ländern der Fall ist, wenn es darum geht, wie tief darf man in solche Systeme hineinschaut — und das ist einer der Gründe, sicherlich nicht der Hauptgrund, aber einer dafür, dass die Europäer sich hier auch technologisch emanzipieren wollen."

    Dickow gibt aber auch zu bedenken, dass die Einführung von Kampfdrohnen auch erhebliche politische, militärische und ethische Probleme mit sich bringen könnte. Er erläutert: „Das größte Problem in meinen Augen ist,  dass die Fernsteuerung, wie sie bisher besteht, eine Übergangslösung ist. Am Ende, in der Zukunft, werden solche Systeme viel stärker autonom agieren, das heißt, sie werden an Bord die Entscheidung zum Beispiel über den Flugweg, aber natürlich auch über die Auswahl von Zielen treffen.“

    Laut Dickow sollte man diese Entscheidung jedoch nicht den Maschinen überlassen. Über die Pläne von Ursula von der Leyen, schon in zehn Jahren über eine eigene ausgereifte Drohnentechnik zu verfügen, sagt Dickow: „ Der Zeitraum, der jetzt anvisiert ist, wurde sehr knapp bemessen. Natürlich besitzt die europäische Industrie einiges an Erfahrung, aber ein solches System zur Serienreife zu bringen, ist sehr knapp bemessen."

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Bundeswehr-Drohnen eignen sich nicht für ukrainischen Winter – Zeitung
    Neue russische Kampfmontur mit Anschlussmöglichkeit an Drohne
    USA liefern Drohnen und gepanzerte Fahrzeuge in die Ukraine
    Kalaschnikow will Drohnen bauen
    Tags:
    Drohne, Bundeswehr, Marcel Dickow, Volker Wieker, Ursula von der Leyen, Deutschland