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    IS-Zellen in Afghanistan: „Dies wird Russlands Sicherheit gefährden“

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    Zellen der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) entstehen laut russischen Diplomaten im Norden Afghanistans. Die mögliche Eskalation an der tadschikischen Grenze könnte auch Russland gefährden. Das postsowjetische Bündnis OVKS zeigt sich über die Spannungen besorgt und erwägt Präventivmaßnahmen.

    „Taliban-Kämpfer konzentrieren sich in Nordafghanistan. Das bestätigen sichere Quellen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass in dieser Region auch Zellen des ‚Islamischen Staates‘ entstehen, obwohl sie vorerst nicht groß sind. Ob sie eine ernste Rolle spielen, ist im Moment schwer zu sagen, doch sie werden stärker“, sagte der  russische Botschafter in Tadschikistan, Igor Ljakin-Frolow, wie die „Rossijskaja Gaseta“ in ihrer Freitagausgabe berichtet. 

    Vor diesem Hintergrund seien die tadschikischen Grenztruppen und der dortige Inlandgeheimdienst ungefähr vor anderthalb Monaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, so der russische Botschafter.

    Auch die Zeitung „Iswestija“ schrieb, es gebe Informationen über eine Präsenz von IS-Kämpfern an der tadschikisch-afghanischen Grenze, und zitierte einen russischen Diplomat mit den Worten: „Die Situation an der Grenze ist äußerst angespannt. Falls dort eine Krise ausbricht, wird dies Russlands Sicherheit gefährden. Wir sind an einer Gewährleistung der Sicherheit an diesem Grenzabschnitt interessiert.“

    Am Donnerstag hatten sich die Außenminister der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe versammelt. Diesem postsowjetischen Bündnis gehören Russland, Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan an.

    Der tadschikische Außenminister Sirodschidin Aslow teilte nach dem Treffen mit: „Wir haben analysiert, wie die OVKS-Entscheidung über die Hilfe für Tadschikistan in Sachen Grenzsicherung umgesetzt wird. Ich rede Klartext: Die Lage an der tadschikisch-afghanischen Grenze ist nicht befriedigend.“

    Nach dem Außenministertreffen in Duschanbe sind nun nach Angaben der „Rossijskaja Gaseta“ neue Sicherheitsmaßnahmen zu erwarten: Möglich wäre auch eine Stationierung von OVKS-Kräften an der tadschikisch-afghanischen Grenze.

    Beim OVKS-Gipfel im Jahr 2014 hatte der russische Präsident Wladimir Putin bereits gewarnt, der „Islamische Staat“ wolle seine Aktivitäten in Zentralasien ausbauen. Die OVKS müsse bereit sein, sich dieser Gefahr entgegenzustellen und bei Bedarf Präventivmaßnahmen zu treffen. Bei diesen Maßnahmen könnte es sich laut Putin um „finanzielle und technische Hilfe für Tadschikistan“ handeln, um dessen Streitkräfte zu modernisieren.

    Die Zielsetzung des 1992 gegründeten Bündnisses OVKS besteht darin, wirtschaftliche und territoriale Interessen seiner Mitgliedstaaten gemeinsam zu verteidigen, gegen den Terrorismus zu kämpfen und in Sachen Katastrophenschutz zu kooperieren. Seit 2009 hat die OVKS eine kollektive Eingreiftruppe für diese Zwecke. Unabhängig davon hat Russland einen Militärstützpunkt bei Duschanbe.

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