21:04 26 Oktober 2020
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    Auch nach der Unterzeichnung des Individuellen Partnerschaftsaktionsplans (IPAP) mit der Nato hat Serbien weiterhin nicht vor, dem Bündnis beizutreten. Laut Außenminister Ivica Dacic stehen die Serben wegen der Erinnerungen an die Bombenangriffe von 1999 der Nato ablehnend gegenüber.

    „Serbien wahrt weiter die militärische Neutralität. Dies hat das serbische Parlament beschlossen“, sagte Dacic in einem Exklusivinterview für RIA Novosti. „Das bedeutet, dass Serbien mit verschiedenen militärischen Organisationen wie der Nato und der OVKS (Sicherheitsbündnis ehemaliger Sowjetrepubliken– Red.) zusammenarbeitet, ohne diesen beizutreten.“

    Serbien wolle eine Partnerschaft mit der Nato, jedoch keine Mitgliedschaft, betonte Dacic. Nach seinen Worten steht die serbische Öffentlichkeit der Nato ablehnend gegenüber. „Die historischen Erfahrungen, die Bombenangriffe auf Serbien sind der Hauptgrund für die negative Haltung der serbischen Bürger.“

    US-Bomber F-117 Nighthawk
    © AP Photo / U.S. Air Force, Msgt. Keith Reed
    Die Nato hatte im Kosovo-Konflikt vom 24. März bis 8. Juni 1999 Jugoslawien bombardiert. In dieser Zeit kamen diversen Schätzungen zufolge zwischen 1200 und 2500 Menschen ums Leben, darunter 89 Kinder. 12.500 Zivilisten wurden verletzt. Zerstört wurden 148 Wohnhäuser und 62 Brücken, etwa 300 Schulen, Krankenhäuser und Staatseinrichtungen sowie 176 Kulturdenkmäler wurden beschädigt.

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    Tags:
    NATO, OVKS, Serbien, Kosovo