08:13 15 November 2019
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    Gaslieferungen nach Europa

    Neue Koalition der Gazprom-Freunde in Europa?

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    Nachdem das russische Pipelineprojekt South Stream am Widerstand der EU und der USA gescheitert ist, rücken die potenziellen Teilnehmer des Nachfolgeprojekts „Türkischer Strom“ enger zusammen. Dem neuen „Klub“ Griechenland, Serbien, Mazedonien, Ungarn und Türkei könnte sich nach Angaben der Zeitung Kommersant auch Österreich anschließen.

    Wie die Zeitung am Mittwoch berichtet, wagen die fünf Staaten eine von Brüssel unabhängigere Politik.  Die Außenminister von Griechenland, Serbien, Mazedonien, Ungarn und der Türkei haben bei ihrem Treffen am Dienstag in Budapest den Wunsch ihrer Länder bekräftigt, an dem Projekt teilzunehmen, das Russlands Präsident Wladimir Putin bei seinem Ungarn-Besuch im Februar vorgestellt hatte.

    Die neue Pipeline soll Russland auf dem Grund des Schwarzen Meeres mit der Türkei verbinden und weiter zu einem Gas-Hub im österreichischen Baumgarten führen. Sie soll das Projekt South Stream ersetzen, das der russische Energiekonzern Gazprom im Dezember — nach jahrelangen Verhandlungen — aufgeben musste, weil die EU-Kommission mit Rückendeckung der USA Bulgarien und andere Projektteilnehmer massiv unter Druck gesetzt hatte.

    Das ungarische Außenministerium bestätigte gegenüber der „Kommersant“, dass die fünf Außenminister sich auf die Bildung einer Expertenkommission für den Ausbau der Gasinfrastruktur geeinigt hätten. Auch verständigten sie sich auf weitere regelmäßige Treffen. Das nächste soll im Juli zustande kommen, aber noch davor sollen diese Staaten in bilaterale Gespräche über das neue Projekt treten. Zukünftig könnte Österreich hinzustoßen. Wenn bei diesen Gesprächen eine Einigung erzielt würde, bekäme Gazprom die Möglichkeit, Erdgas nach Europa unter Umgehung der Ukraine zu liefern. Genau das will die EU-Kommission verhindern und sucht schon nach Wegen, um das neue Gasversorgungsprojekt zu blockieren.

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    Erdgas, Türkischer Strom, South Stream, Türkei, Ungarn, Mazedonien, Serbien, Griechenland, Russland