03:45 14 Juli 2020
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    Eine der Ursachen für die jüngste Erwärmung der Beziehungen der USA mit Kuba ist laut dem Vize-Präsidenten des politologischen Eurasia Centre in Washington, Earl Rasmussen, das Streben, die langfristigen Beziehungen zwischen Moskau und Havanna zu hemmen.

    So kommentierte der Experte die Absicht des Weißen Hauses, Kuba von der Terrorsponsoren-Liste der US-Regierung zu streichen.

    US-Präsident Barack Obama hatte am Dienstag einen Brief  an den US-Kongress gerichtet, in dem es um das Streichen Kubas von der Terrorsponsoren-Liste geht. Kuba, das „zur Revolution in der westlichen Hemisphäre aufgerufen hatte“, steht seit 1982 auf der Liste der Länder, die den Terrorismus unterstützen. Laut US-Medienberichten braucht der Präsident jedoch keine Zustimmung des Kongresses dafür. Sollten die Kongressmitglieder nicht mit dieser Entscheidung einverstanden sein, können sie sie innerhalb von 45 Tagen durch die Annahme eines Sondergesetzes aufheben.

    Aus dem Weißen Haus hieß es auch, dass die gegen Kuba geltenden Wirtschaftssanktionen auch im Falle des Streichens dieses Landes von der Terrorsponsoren-Liste weiter gelten werden.

    Es sei eine Zeitlang über die amerikanisch-kubanischen Beziehungen diskutiert worden, aber die jüngsten Initiativen Russlands, die auf den Ausbau der Partnerschaft mit Kuba gerichtet seien, hätten zweifellos eine Schlüsselrolle für den Strategiewandel Washingtons gespielt, so Rasmussen.

    Der Experte erwähnte in diesem Zusammenhang den kürzlichen Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf Kuba und den Abschluss von bilateralen Abkommen in den Bereichen Handel, Technologien und Bodenschatzerkundung sowie „die Entwicklung der Partnerschaft zwischen den beiden Staaten im militärischen Bereich“.

    „Kuba liegt nur 150 Kilometer vom US-Bundesstaat Florida entfernt. (…) Und die USA wollen sicherlich keine militärische Präsenz Russlands auf Kuba“, so der Experte.

    Rasmussen merkte auch an, dass „ein Ignorieren Kubas nicht den langfristigen Interessen der USA entspricht. Die Entwicklung der Beziehungen zwischen Moskau und Havanna hat Washington dazu bewogen, an die Normalisierung der Beziehungen mit der kubanischen Regierung als eine aktuelle Aufgabe heranzugehen“.

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    Tags:
    Eurasia Centre, Barack Obama, Wladimir Putin, Earl Rasmussen, USA, Russland, Kuba