Widgets Magazine
04:27 22 August 2019
SNA Radio
    OSZE-Mission in der Ukraine

    Beobachter: Massiver Granatenangriff des ukrainischen Militärs auf Schirokino

    © AP Photo / Evgeniy Maloletka
    Politik
    Zum Kurzlink
    Situation im Donbass (April 2015) (52)
    0 12117

    Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Beobachtern Schirokino wieder unter massiven Beschuss genommen. Am Sonntag schlugen in dieser Ortschaft im Süden des abtrünnigen Gebietes Donezk mehr als 400 Granaten ein, wie Alexander Lenzow vom Gemeinsamen Kontroll- und Koordinierungszentrum in der Ost-Ukraine mitteilte.

    „Heute haben wir gemeinsam mit Vertretern der OSZE und des Verteidigungsministeriums der Donezker Volksrepublik Schirokino besucht“, sagte Lenzow am späten Sonntagabend. „Wir haben festgestellt, dass 410 Granaten in 24 Stunden in Schirokino explodiert sind. Die Granaten waren von ukrainischen Stellungen aus abgefeuert worden“, so der russische General nach Angaben der Donezker Nachrichtenagentur DAN. Nach seinen Angaben sind Kämpfer des ukrainischen Freiwilligenbataillons „Asow“ westlich von Schirokino stationiert.

    In Schirokino waren am 11. April OSZE-Beobachter und Journalisten unter Beschuss geraten. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa machte das ukrainische Militär dafür verantwortlich. Nach Angaben der Beobachter waren Schirokino und Umgebung „von einem von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiet aus beschossen“ worden.

    In der Ost-Ukraine war im April 2014 ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch im Februar 2014 setzte die neue ukrainische Regierung Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk ein, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den Bürgermilizen von Donbass sind laut den UN-Angaben mehr als 6000 Zivilisten ums Leben gekommen.

    Seit dem 15. Februar gilt im Kampfgebiet eine Waffenruhe. Sie ist Teil des Friedensplans, der am 12. Februar in Minsk unter Vermittlung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten François Hollande und des russischen Staatchefs Wladimir Putin ausgehandelt wurde. Dennoch berichten die Beobachter der OSZE, die die Situation im Kampfgebiet überwachen, von vereinzelten Verstößen gegen die Waffenruhe.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Situation im Donbass (April 2015) (52)

    Zum Thema:

    Ostukraine: Lage im Donbass bleibt angespannt
    Donbass appelliert an Merkel, Putin und Hollande: Kein Genozid zulassen!
    Donezk: Ukrainische Armee nimmt eigene Freiwilligenbataillone unter Beschuss
    Moskau: Handlungen Kiews gefährden Sicherheit von OSZE-Beobachtern
    Tags:
    Waffenruhe, OSZE, Bataillon Asow, Alexander Lenzow, Ukraine, Schirokino