20:21 20 Juli 2018
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    Vorwurf gegen USA: Terrorgruppe IS als heimliche „Reserve“

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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Es scheint nur ein Mythos zu sein, dass der „Islamische Staat“ (IS) für die USA der Hauptfeind ist, sagt ein Abgeordneter der russischen Staatsduma. Er schließt nicht aus, dass Washington die Terrorgruppe für etwas braucht. Der iranische Generalstab hatte zuvor über amerikanische Flugzeuge auf IS-kontrollierten Flugplätzen berichtet.

    „Es entsteht der Eindruck, dass man in Washington den ‚Islamischen Staat‘ sozusagen als Reserve bewahrt – für den Fall, dass er für irgendwelche Ziele nützlich wird. Deshalb füttert man ihn heimlich – darunter auch mit Waffen“, sagte Franz Klinzewitsch, Mitglied des Duma-Ausschusses für Verteidigung und Vizechef der Fraktion von „Geeintes Russland“.

    „Genauso haben die Amerikaner in den 1970er Jahren die Mudschaheddin ‚aufgezogen‘. Das Flirten mit dem ‚Islamischen Staat‘ ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich die USA um den Rest der Welt kaum kümmern“, so Klinzewitsch.

    Er kommentierte damit die jüngste Behauptung des iranischen Generalstabschefs Hassan Firouzabadi, dass Flugzeuge der US-Luftwaffe regelmäßig auf Flugplätzen landen würden, die vom „Islamischen Staat“ kontrolliert werden. Diese Angaben haben nach Ansicht des russischen Politikers „endgültig den Mythos zerstört, dass die USA der Hauptfeind des ‚Islamischen Staates‘ seien“.

    Der iranische General hatte am Samstag gesagt, es gebe Hinweise auf „regelmäßige Landungen und Starts“ von US-Flugzeugen auf Flugplätzen, die vom „Islamischen Staat“ kontrolliert werden. Er mahnte: „Die USA sollten den IS nicht mit Waffen, Geld und Nahrungsmitteln beliefern.“

    „Die Amerikaner behaupten, dass sie sich dem IS entgegenstellen wollen (…) Sie beteuern, dass sie zur Gründung des IS keineswegs beigetragen haben. Falls sie dabei ehrlich sind, so sind sie in der Lage, diese Terrorgruppe leicht zu bekämpfen. Und wir hoffen, dass die US- und die britische Regierung gegen den IS kämpfen werden, zumindest um ihrer eigenen Völker willen“, so Firouzabadi.

    Der „Spiegel“ berichtete unterdessen in seiner jüngsten Ausgabe, ein ranghoher Ex-Geheimdienstler von Saddam Hussein habe zum Aufstieg des „Islamischen Staates“ maßgeblich beigetragen. Samir Abed al-Mohammed al-Khleifawi alias Haji Bakr sei der „wohl einflussreichste Terror-Stratege der jüngeren Vergangenheit“ und der „Architekt“ des IS.

    Das deutsche Nachrichtenmagazin beruft sich auf Papiere, die im Haus von Haji Bakr in Syrien entdeckt wurden. Von dort aus habe er „anderthalb Jahre lang die Eroberung Nordsyriens gesteuert“. Dem Bericht zufolge enthielten die Papiere unter anderem Pläne und Entwürfe für „Spionagezellen, als islamische Missionsbüros getarnt“ und „für separate Abteilungen, die geheime Morde und Entführungen planen und durchführen“.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Syrien, USA, Washington
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