03:26 31 Oktober 2020
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    Großes Interview mit Sergej Lawrow im Ticker

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    Großes Lawrow-Interview (22)
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat in einem Interview der russischen Rundfunksender Sputnik, Echo Moskwy und Goworit Moskwa live Fragen der Moderatoren und Zuhörer beantwortet. Die interessantesten Antworten zu Russlands Außenpolitik und der aktuellen internationalen Agenda haben wir in einem Ticker zusammengefasst.

    11.07 Das Interview hat begonnen.

    11.08 Die erste Frage kommt aus Wien. Warum will Russland Neurussland nicht anerkennen? Neurussland wurde an die Ukraine  von Lenin verschenkt.

    11.09 Lawrow: Ein Auseinanderfallen der Ukraine liegt nicht in unserem Interesse.  Wir möchten, dass die Ukraine einheitlich bleibt. 

    11.14 "Vertraue, aber prüfe nach", antwortete Lawrow auf die Frage, ob er von US-Präsident Barack Obama enttäuscht sei. Auf Obama seien große Hoffnungen gesetzt worden, sagte Lawrow und erinnerte an den Nobelpreis für den US-Präsidenten. Doch dann habe es viele „völlig unlogische“ Kriege gegeben, die nicht den Interessen der Stabilität in den betreffenden Regionen entsprochen hätten.

    11.20 Der globale Raketenschild der USA, der internationale Terrorismus, die USA und die Nato, sagte Lawrow, nach den äußeren Bedrohungen für die Russische Föderation gefragt. China stellt für Russland keine Bedrohung dar. Die strategische Partnerschaft Russlands mit China ist eine Gewähr für die Freundschaft beider Staaten.

    11.28 Lawrow: Der Islamische Staat (IS) ist gegenwärtig unser Hauptfeind.

    11.41 Lawrow: Die Regierung in Kiew erfüllt die Minsker Friedens-Abkommen nicht. "Die Minsker Abkommen vom 12. Februar sind der beste Kompromiss". Doch die ukrainische Regierung "hat mit ihrem Gesetz über den Sonderstatus für Donbass diese Vereinbarungen auf den Kopf gestellt".

    11.50 Lawrow: Auf die Idee von einem Bündnis von Russland und Deutschland angesprochen: Ein Bündnis, eine offene Partnerschaft von Russland und Deutschland ist notwendig, um die EU aufzurütteln und zu mehr Selbständigkeit zu bewegen.  Die Amerikaner tun alles, um eine Annäherung zwischen Russland und Deutschland zu verhindern.

    11.57 Eine Zuhörerin fragt Lawrow: Sie sehen immer so schön sonnengebräunt aus. Wie schaffen sie das bei ihrem ausgefüllten Terminkalender? Lawrow: Ich bin von Natur aus dunkelhäutig. Das habe ich von meinen Eltern.

    11.58 Frage: Werden Sie für das Präsidentenamt kandidieren? Lawrow: Ich liebe meine Arbeit sehr. Ich werde in meinem Amt alles in meiner Kraft Stehende tun…. Es ist für mich leicht, mit Präsident Putin zu arbeiten.

    12.00 Kurze Pause für die Nachrichten

    12.10 Lawrow über das Asyl für Snowden: Das war ein Zufall. Aber wir konnten nicht anders.

    12.11 Lawrow: Wir haben gemeinsam mit China das Lybien-Szenario in Syrien verhindert.

    12.14 Lawrow über die Fla-Raketen S-300 für den Iran und den Unterschied zum US-Raketenschild: Die S-300-Raketensysteme sind nicht für den Schutz vor strategischen Atomraketen bestimmt, sondern sie sind für die Verteidigung vor Raketen- und Luftangriffen – anders als der US-Raketenschild, der die Möglichkeit der strategischen Kräfte der nuklearen Abschreckung direkt tangiert und das strategische Gleichgewicht gefährdet. Was die S-300-Lieferungen an den Iran angeht, so will Moskaul nicht, dass der Iran zu einem weiteren Ziel einer nicht legitimen Gewaltanwendung wird.

    12.17 Frage aus Lateinamerika: Warum stationiert Russland seine Atomwaffen nicht in anderen Staaten?

    Lawrow: Jede Verbreitung der Atomwaffen muss verhindert werden.

    12.18 Lawrow: Die USA verletzten den Atomwaffensperrvertrag, indem sie ihre taktischen Atomwaffen in fünf europäischen Staaten haben.

    12.22 Lawrow über ein Militärbündnis Russlands mit Iran: Weder Russland noch der Iran benötigen das. Aber wir werden die militärtechnische Zusammenarbeit mit dem Iran weiter ausbauen — die Aufhebung der Sanktionen eröffnet gute Perspektiven.

    12.28 Lawrow über eine weitere Reduzierung der Atomwaffen: Das Ziel ist nicht nur eine atomwaffenfreie, sondern eine sichere Welt. Das US-Programm des globalen Blitzschlags (Prompt Global Strike), das ermöglicht, innerhalb einer Stunde jedes beliebige Ziel weltweit mit nichtatomaren hochpräzisen Hyperschall-Waffen anzugreifen, ist gefährlicher als Atomwaffen.

    12.41 Frage: Man wirft dem UN-Sicherheitsrat immer öfter Impotenz vor: Wichtige Angelegenheiten werden mit einem Veto blockiert.

    Lawrow: Ich bin nicht einverstanden. In den letzten Jahren hat der UN-Sicherheitsrat sehr viele wichtige Resolutionen angenommen, so zum Beispiel die Resolution über die chemische Abrüstung in Syrien, die konkrete Ergebnisse gebracht hat.

    12.45 Lawrow über die Vorwürfe der EU-Kommission gegen den russischen Gaslieferanten Gazprom: Es ist nicht akzeptabel, neue Gesetze rückwirkend auf bereits geschlossene Verträge auszudehnen. Russland ist zur Wiederaufnahme des Energiedialogs mit der EU bereit.

    12.48 Frage: Wer ist der wichtigste Verbündete Russlands? Lawrow nennt die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), die Schanghaier Organisation und die BRICS. „Wir sind bereit, die Zusammenarbeit mit allen auszubauen, die an Stabilität und Sicherheit interessiert sind.“

    12.52 Frage: Was ist mit den Ländern, die über die Wiedervereinigung der Krim mit Russland besorgt sind?

    Lawrow: Die Krim ist kein Grund für jemanden, nervös zu werden. US-Präsident Obama hatte ja eingestanden, dass Putin auf der Krim improvisieren musste, während die USA die Machtübergabe „vermittelt“ hatten.

    12.54 Frage: Braucht die Welt einen Weltpolizisten, um Tragödien wie den Genozid in Rwanda zu verhindern?

    Lawrow: Es ist die Aufgabe der Uno, mit Blauhelmen für Frieden zu sorgen. Im Fall Ukraine sieht Moskau aber in einem UN-Friedenseinsatz keinen Sinn. Alles, was Kiew jetzt vorschlägt und tut, scheint speziell auf eine Spaltung des Landes abzuzielen.

    13.00 Das Interview ist beendet.

     

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