17:22 19 Juli 2018
SNA Radio
    Gedenkaktion an Opfer des Genozides an Armeniern in Jerewan

    Türkei ruft ihren Botschafter in Wien „zu Konsultationen“ zurück

    © Foto : PanARMENIAN
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 588

    Nach der Annahme einer Erklärung des österreichischen Parlaments über den Genozid an Armeniern im Osmanischen Reich vor 100 Jahren hat die Türkei ihren Botschafter in Wien „zu Konsultationen“ zurückgerufen. Das teilte das türkische Außenamt am Mittwoch in Ankara mit.

    Am gleichen Tag hatte das Parlament in Wien den Genozid an Armeniern und anderen nationalen Minderheiten im Osmanischen Reich im Jahr 1915 anerkannt. Das Parlament rief die Türkei auf, dunkle schmerzhafte Kapitel ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten und die im Osmanischen Reich gegen Armenier begangenen Verbrechen als Genozid anzuerkennen.

    „Die österreichische Erklärung wurde in der Türkei mit Empörung aufgenommen, weil sie historischen Fakten zuwiderläuft und dem türkischen Volk grundlos Verbrechen zur Last legt“, betonte das türkische Außenministerium.

    Unterschiedlichen Schätzungen zufolge waren 1915 im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier getötet worden. Armenien besteht darauf, dass die internationale Gemeinschaft den Genozid an Armeniern anerkennt. Die Türkei, Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs, lehnt jegliche Anschuldigungen ab und behauptet, dass bei der Tragödie von 1915 sowohl Armenier als auch Türken ums Leben kamen.

    Das Genozid-Problem lastet schwer auf den Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern Türkei und Armenien.

     

    Tags:
    Armenier, Genozid, Türkei, Österreich
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren