22:13 10 Dezember 2019
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    Motorradclub „Nachtwölfe“

    Polen verbietet russischen Bikern Gedenktour zum Siegestag

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    Politik
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    Motorradklub „Nachtwölfe“ auf Siegesfahrt nach Berlin (32)
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    Der russische Motorradclub „Nachtwölfe“ darf bei seiner geplanten Europatour zum 70. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland nicht durch Polen fahren. Das Außenministerium in Warschau hat den russischen Bikern die Durchfahrt verboten.

    Am Freitag richtete die polnische Behörde eine offizielle Note an die russische Botschaft. Ihr Verbot begründete Warschau damit, dass die Biker „keinen Plan für ihren Aufenthalt und keine genaue Reiseroute“ vorgelegt hätten. Auch hätten sie nicht die Orte angegeben, an denen sie Blumen niederlegen wollen. Darüber hinaus habe das polnische Außenamt „zu spät“ über die geplante Aktion erfahren. Der polnische Außenamtssprecher Marcin Wojciechowski betonte im Gespräch mit RIA Novosti, die Entscheidung sei nicht politisch motiviert.

    Biker-Freundschaft: Putin und die “Nachtwölfe“
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    Die russische Botschaft wies die Argumente der polnischen Seite jedoch zurück. „Wir haben in der letzten Woche den polnischen Behörden mehrmals detaillierte Informationen über Routen- und Zeitplan der russischen Motorradfahrer vorgelegt“, sagte der russische Botschafter Sergej Andrejew. Es sei bedauerlich, dass sich die Beziehungen mit Polen im Vorfeld des 70. Jahrestags des Kriegsendes verschlechtert haben.

    Die „Nachtwölfe“ kündigten an, sie würden ihre Tour trotz des Verbots Polens nicht absagen. Die Biker wollen vom 25. April bis 9. Mai mit einer Motorradtour an den Sieg der Sowjetunion über Hitler-Deutschland vor 70 Jahren erinnern und der Kriegsopfer gedenken. Die Reise beginnt in Moskau und soll durch Minsk, Brest, Wroclaw (Breslau), Brno (Brünn), Bratislava (Preßburg), Wien, München, Prag und Torgau führen und im Treptower Park in Berlin enden. Dort wollen die Biker Blumen am Sowjetischen Ehrenmal niederlegen.

    Zuvor hatten polnische Politiker mit Äußerungen zum Zweiten Weltkrieg für Unmut in Russland gesorgt. So sagte Außenminister Grzegorz Schetyna, dass Auschwitz, das berüchtigtste Vernichtungslager der NS-Zeit, nicht durch sowjetische, sondern durch ukrainische Soldaten befreit worden sei. Zudem bezeichnete der polnische Spitzendiplomat eine mögliche Teilnahme europäischer Spitzenpolitiker an den Feierlichkeiten zum Kriegsende in Moskau als eine „Herausforderung für Europa und für die freie Welt“. Präsident Komorowski lud die europäischen Staats- und Regierungschefs ein, den 70. Jahrestag des Kriegsendes auf der polnischen Halbinsel Westerplatte zu feiern.

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    Nationalsozialismus (Nazismus), Grzegorz Schetyna, Deutschland, Moskau, Auschwitz, Polen, Berlin