14:06 24 Februar 2020
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    Die US-Armee habe im Zweiten Weltkrieg entscheidende Rolle gespielt, meinen 43 Prozent der Befragten in Frankreich, Großbritannien und Deutschland laut einer neuen ICM Research- und Sputnik-Studie. Korrekter wäre es, bei der Umfrage auch zwischen den Deutschen zu unterscheiden, meint Eugen Neuber.

    Rund 52 Prozent der Befragten in Deutschland sprechen, so die Umfrage, der US-Armee die Schlüsselrolle im Zweiten Weltkrieg zu. Eugen Neuber, Mitglied im Verein Berliner Freunde der Völker Russlands, warnt hier vor einer pauschalen Einordnung. „Man muss genau unterscheiden zwischen Deutschen in Ostdeutschland und den Deutschen in den Altbundesländern“, sagt Neuber im Interview für Marina Piminowa. 

    „Immerhin ist es so, dass nach offiziellen Erkundungen 64 Prozent der Deutschen in ganz Deutschland der Meinung sind, dass der 8. Mai ein Tag der Befreiung ist. Die Interpretation, dass die Landung der Alliierten an der Kanalküste die Befreiung Europas gebracht hat, ist nicht korrekt, es ist geschuldet der Betrachtungsweise des Kalten Kriegs. Es ist für alle, die tatsächlich an einer exakten Aufnahme der Geschichte interessiert sind, ohne Zweifel, dass erst von dem Moment der ersten Niederlage der faschistischen Truppen vor Moskau, der heroischen Schlacht bei Stalingrad, die die Wende gebracht hat, der Panzerschlacht bei Kursk an kann man sagen, dass Hitlerdeutschland auf dem Weg der Neiderlage war“, so der 76-Jährige.

    Umfrage

    Die Mehrheit der Deutschen spricht der US-Armee die Schlüsselrolle im Zweiten Weltkrieg zu. Und was glauben Sie? Wer hat zum Sieg über Nazi-Deutschland am meisten beigetragen?
    • USA
      4.4% (463)
    • UdSSR
      84.2% (8941)
    • Großbritannien
      0.7% (74)
    • alle zusammen
      10.7% (1133)
    abgestimmt: 24
    Natürlich hatten auch die Lieferungen aus den USA ihren Anteil, aber den entscheidenden Beitrag für den Sieg über Hitlerdeutschland habe die Rote Armee gebracht.  „Aber wir sind dankbar gegenüber all denen, die an der Zerschlagung des Faschismus teilgenommen haben“, fügt er hinzu. 

    Fakten sind ein hartnäckiges Ding

    Es gebe eine Redewendung im Deutschen, so Neuber weiter, Fakten sind ein hartnäckig Ding: „Es gibt genügend Archivzeugnisse darüber, dass die entscheidenden Verluste der Wehrmacht an der Ostfront stattgefunden haben. Das sind einfach Fakten, die kann man nicht verleugnen. Wenn man das tut, dann ist es eine Fehlinterpretation. Man kann die Wahrheit auf die Dauer nicht verdunkeln.“ 

    Die gegenwärtige politische Situation findet er dramatisch für beide Länder: „Ich bin der Meinung, dass die gegenwärtige Veränderung der Politik der EU gegen Russland und die sich daraus ergebenden Attacken der Medien nicht im Interesse der EU-Völker sind. Es ist auch nicht im Interesse der deutschen Wirtschaft ist, wenn auf Geheiß anderer Seiten gegen Russland mit Sanktionen eingegangen wird“. Man könne Russland nicht mit Sanktionen erpressen, Russland könne man nur als Freund gewinnen.

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    Tags:
    Umfrage, Zweiter Weltkrieg, Verein Berliner Freunde der Völker Russlands, Eugen Neuber