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13:38 20 August 2019
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    Ukrainischer SoldatMobilmachung in der Ukraine

    Ukrainische Soldatenmütter: Poroschenko verschweigt Kriegsverluste

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    Das ukrainische Komitee der Soldatenmütter hat Staatschef Pjotr Poroschenko beschuldigt, die wahre Zahl der Kriegsopfer im Osten des Landes zu verschleiern. Auf ihrer Webseite veröffentlichte die Organisation Personaldokumente von Soldaten, die im Debalzewo-Kessel im Februar gestorben sind.

    „Kein Zweifel, dass Herr Poroschenko und seine Mitstreiter die Zahl der Toten verbergen und damit die Rechte der Hinterbliebenen verletzten“, erklärte das Soldatenmütter-Komitee. Der Verbleib vieler Soldaten sei weiter unbekannt. Beim Versuch, das Schicksal der Vermissten zu klären, stoßen die Soldatenmütter nach eigenen Angaben auf den „Widerstand der Beamten und des Militärs“.

    Dennoch wolle das Komitee der Soldatenmütter „alles daran setzen“, um die Wahrheit zu klären und die Familien zu informieren. „Weil unsere neue Regierung die Wahrheit über die Verluste der ukrainischen Streitkräfte beim Blutbad im Südosten des Landes verschweigt, sind beliebige Angaben über das Schicksal unserer Väter, Männer und Söhne für uns von immenser Bedeutung.“

    Nach dem Umsturz im Februar 2014 hatte die neue ukrainische Regierung Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den örtlichen Bürgermilizen starben laut UN-Angaben mehr als 6000 Zivilisten. Anfang Februar kesselten die Milizen in Debalzewo (ca. 50 km nordöstlich von Donezk) nach eigenen Angaben mehrere Tausend ukrainische Soldaten ein. Die Regierung in Kiew bestritt das.

    Nach Angaben der Milizen verloren die Regierungstruppen beim Ausbruch aus Debalzewo mehrere Hundert Soldaten. Präsident Pjotr Poroschenko teilte zunächst mit, dass bei einem „planmäßigen Truppenabzug“ aus Debalzewo 19 Soldaten gestorben seien. Kurz danach sprach er von 66 Toten und mehr als 300 Verletzten. Seit dem 15. Februar gilt in der Ost-Ukraine ein Waffenstillstand, der unter Vermittlung Russlands, Deutschlands und Frankreichs ausgehandelt worden ist.

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    Komitee der Soldatenmütter, Uno, Petro Poroschenko, Ukraine, Debalzewe