11:12 20 September 2020
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    Russland wird 2016 und 2017 zusätzlich je fünf Millionen Euro Staatsmittel in den Tschernobyl-Fonds „Deckung“ für den Bau einer neuen Reaktor-Schutzhülle einzahlen, wie die Webseite der russischen Regierung am Donnerstag mitteilt.

    Die Gelder sollen entsprechend den internationalen Verpflichtungen Russlands zur Finanzierung der Bauarbeiten für eine neue Schutzhülle über dem Reaktor 4 des ukrainischen AKW Tschernobyl und im Rahmen eines staatlichen Programms Russlands zur Entwicklung des Atomindustriekomplexes bereitgestellt werden.

    Der Tschernobyl-Fonds „Deckung“ wurde 1997 von den G7-Ländern gegründet und wird von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) verwaltet.

    Wie der Abgeordnete des ukrainischen Parlaments Nikolai Tomenkow auf Facebook schrieb, sollen die Geberländer der Ukraine insgesamt 530,5 Millionen Euro für die abschließenden Bauarbeiten in Tschernobyl zur Verfügung stellen. 515 Millionen davon entfallen auf die G7-Länder. Laut Tomenkow haben einige Länder ihre Finanzhilfen vorläufig ausgesetzt.

    Kurz nach dem Reaktorunglück im Frühjahr 1986 war über dem havarierten Energieblock ein Sarkophag errichtet worden, der in den letzten Jahren zu zerfallen anfing.

    Das von französischen Unternehmen geleitete Konsortium NOVARKA begann  Ende 2007 mit dem Projektieren und dem Bau der Schutzhülle für den Unglücksreaktor. Die Bauarbeiten sollten im Jahr 2015 zu Ende gehen,  werden aber wegen Geldmangels bis November 2017 dauern.

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    Tags:
    Konsortium NOVARKA, Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), Nikolai Tomenkow, Russland, Ukraine, Tschernobyl