21:35 19 Februar 2020
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    Hinter den jüngsten Morden an Regierungskritikern in der Ukraine könnten der Geheimdienst SBU und andere ukrainische Behörden stehen. Das geht aus geheimen Dienstunterlagen hervor, die Hacker aus der ukrainischen Gruppe Cyberberkut veröffentlicht haben.

    Cyberberkut hat nach eigenen Angaben das Postfach von Wjatscheslaw Abbakumow, Vize-Verwaltungschef des ostukrainischen Gebietes Charkow, geknackt und einen Brief entdeckt, den der Beamte kurz nach dem Mord am regierungskritischen Journalisten Oles Busina an einen regionalen Nationalistenführer geschrieben haben soll. In dem Brief beschimpft der Beamte die Nationalisten mit Kraftausdrücken wegen ihres radikalen Vorgehens, gesteht aber ein, dass der Befehl, die Kritiker zum Schweigen zu bringen, von Behörden erteilt worden war.

    „Ihr Bastarde, was macht ihr da??? Soll das eure Einschüchterungsmaßnahme sein? Begreifst du nicht, wieviel Gebell es jetzt deswegen im Moskal-TV geben wird? ***, ich weiß, dass diesem Glatzkopf (Journalist Busina – Red.) schon lange ein Ziegelstein auf den Kopf gehörte. ABER EIN ZIEGELSTEIN!!! Verstehst Du das? Man hat euch die Lizenz gegeben, um diesen Abschaum zum Schweigen zu bringen, aber nicht für immer!!! Du hast mir ja selbst von ausgeschlagenen Zähnen und gebrochenen Fingern erzählt“, schrieb Abbakumow am 16. April und befahl: „Ihr fahrt jetzt sofort zurück nach Charkow und kehrt auf den Stützpunkt zurück. Die anderen Aktionen sind bis auf weiteres abgesagt“.

    Der mutmaßliche Mörder antwortete Abbakumow noch am selben Tag:

    „Sie sollen nie wieder mich oder meine Jungs erniedrigen! Wir haben Waffen in die Hand genommen und unsere Würde, um unsere Heimat von Abschaum und Verrätern zu säubern (…) Ein weiterer Verräter ist jetzt dort, wo er nicht mehr bellen kann! Wir fahren nicht zurück (…) Wir haben Geld, Waffen und Brüder, die uns in jeder Ecke unseres Landes mit Freude empfangen. Wir bringen zuerst unsere Sache zu Ende. Wir haben noch jede Menge Arbeit! Hoch lebe die Ukraine!“

    Cyberberkut veröffentlichte auch weitere Unterlagen, die eine Verwicklung des Geheimdienstes SBU und der „politischen Eliten in Charkow“ in die jüngsten Morde an oppositionellen Journalisten und Politikern beweisen sollen.

    Der prominente regierungskritische Journalist Oles Busina wurde am 14. April vor seinem Haus in Kiew von Unbekannten erschossen. Busina galt als Russland-Sympathisant. Tags zuvor war in Kiew ein weiterer Regierungsgegner umgebracht worden: Der ehemalige Parlamentsabgeordnete Oleg Kalaschnikow (52) hatte während der Maidan-Proteste im vergangenen Jahr Gegenproteste organisiert. In der Nacht zum 13. April war der Journalist Sergej Suchobok in der ukrainischen Hauptstadt ermordet worden.

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    Tags:
    Hackerangriff, Cybersicherheit, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), CyberBerkut, Wjatscheslaw Abbakumow, Sergej Suchobok, Oles Busina, Oleg Kalaschnikow, Ukraine