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    Russische Offiziere seit September in Ukraine im Einsatz

    Moskau: Russische Offiziere seit September in Ukraine im Einsatz

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    Situation im Donbass (April 2015) (52)
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    In der Ukraine gibt es keine russischen Truppen, sondern nur 70 Offiziere aus dem Generalstab, die auf Bitte Kiews zwischen dem ukrainischen Militär und den Volksmilizen von Donezk und Lugansk vermitteln. Das teilte Russlands Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow in einem Medieninterview mit.

    „Auf Vereinbarung des russischen Generalstabs mit dem Generalstab der Ukraine arbeiten 70 unserer Offiziere seit September 2014 im Südosten der Ukraine“, sagte Antonow in einem Gespräch mit der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. Nach seinen Worten vertreten diese Offiziere das russische Verteidigungsministerium im Gemeinsamen Kontroll- und Koordinierungszentrum, das die Waffenruhe in der Ost-Ukraine überwacht.

    Antonow betonte, dass die russischen Offiziere auf Bitte der ukrainischen Seite als Vermittler auftreten. Neben ihnen gehören auch ukrainische Militärs und Vertreter der von Kiew abtrünnigen „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk dem Gemeinsamen Kontrollzentrum an.

    Seit Beginn des ukrainischen Bürgerkriegs haben Kiewer, aber auch US-Politiker regelmäßig über einen russischen „Einmarsch“ und Waffenlieferungen in die Ukraine berichten. Trotz fehlender Beweise werden diese Berichte gerne von westlichen Medien aufgegriffen. Russland weist jede Verwicklung in den Konflikt in der Ost-Ukraine zurück. Ende Januar gestand auch der ukrainische Generalstabschef offiziell ein, dass keine russischen Truppen am Konflikt im Donezbecken beteiligt seien.

    Der Krieg in der Ost-Ukraine war im April 2014 ausgebrochen. Nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch im Februar 2014 setzte die neue ukrainische Regierung Truppen gegen die östlichen Kohlebergbau-Gebiete Donezk und Lugansk ein, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Seit dem 15. Februar gilt im Kampfgebiet eine Waffenruhe. Bei den Gefechten zwischen Militär und Milizen sind laut den jüngsten UN-Angaben mehr als 6000 Zivilisten ums Leben gekommen.

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    Themen:
    Situation im Donbass (April 2015) (52)
    Tags:
    Waffenruhe, Uno, Anatoli Antonow, Viktor Janukowitsch, Lugansk, Donezk, Russland, Ukraine, Donbass