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    Entwicklung in der Ukraine (Mai 2015) (101)
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    Ein Jahr nach dem Branddrama in der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist der grausame Tod von Dutzenden Regierungsgegnern noch immer nicht aufgeklärt. Nach der Einschätzung Moskaus will Kiew nicht richtig ermitteln. Russland appelliert an die Weltgemeinschaft, auf die ukrainischen Behörden einzuwirken.

    Am 2. Mai 2014 haben „Neonazis und Bandera-Anhänger“ im Gewerkschaftshaus in Odessa unbewaffnete Menschen in Brand gesetzt, erinnerte das russische Außenministerium am Freitag. „Bei dieser barbarischen Einschüchterungs-Aktion sind Dutzende Menschen umgekommen. Deren einzige Schuld bestand darin, dass sie ihre ablehnende Haltung zum verfassungswidrigen Staatsstreich vom Februar in Kiew offen zum Ausdruck gebracht haben.“

    Das sei nun ein Jahr her, doch die ukrainische Justiz habe bislang „keine greifbaren Schritte“ in Richtung einer objektiven Ermittlung getan, so das Moskauer Außenamt weiter. Die Behörde verwies darauf, dass Politiker und Medien in Europa und Nordamerika das Branddrama in Odessa weitgehend ignoriert und dadurch die „Passivität“ der ukrainischen Justiz gefördert hätten. „Das ist nicht akzeptabel.“ Die Straflosigkeit schaffe einen schrecklichen Präzedenzfall. „Wir rufen die Weltgemeinschaft, insbesondere die Menschenrechts- und Nichtregierungsorganisationen dazu auf, die ukrainischen Behörden zu genauen und unparteiischen Ermittlungen zu bewegen.“

    Am 2. Mai 2014 war es in Odessa zu Ausschreitungen zwischen Anhängern eines Referendums und Schlägern des ultranationalistischen Rechten Sektors gekommen. Die Extremisten steckten ein Zeltlager in Brand, in dem Unterschriften für ein Referendum über die Zukunft des Gebietes Odessa gesammelt wurden. Mehrere Anti-Maidan-Aktivisten versteckten sich im benachbarten Gewerkschaftshaus. Die Polizei sah tatenlos zu, wie regierungstreue Nationalisten die Ausgänge versperrten und das Gebäude mit Molotow-Cocktails bewarfen. Mindestens 48 Menschen verbrannten bei lebendigem Leibe oder starben beim Sprung aus dem Gebäude. Aktivisten, denen es gelang, sich aus den Flammen zu retten, wurden brutal niedergeschlagen. Der Gouverneur des Gebietes Odessa verteidigte das Vorgehen der Schläger sogar als rechtmäßig.

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    Tags:
    Molotow-Cocktail, Maidan, Rechter Sektor, Odessa, Kiew, Moskau