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    Probe der Siegesparade

    Der Westen versteht Russland wieder nicht - Zeitung

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    Politik
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    70. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg (108)
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    Die westlichen Spitzenpolitiker, die es abgelehnt haben, am 9. Mai an der Siegesparade in Moskau teilzunehmen, haben eine weitere Chance verloren, die Beziehungen zu Russland zu verbessern, wie die Journalistin Mary Dejevsky in einem Artikel für die britische Tageszeitung „The Independent“ schreibt.

    Nach ihren Worten ist der Siegestag für Russland das wichtigste patriotische Fest, und die Siegesparade sei eine Tradition, an der man festhalten müsse. Doch die westlichen Länder, die gegenüber den eigenen Feiertagen ehrfürchtig seien, seien gegenüber Feiertagen anderer gleichgültig.

    Die Siegesfeierlichkeiten würden in diesem Jahr einzigartig sein. Das sei wahrscheinlich der letzte runde Jahrestag des Sieges, bei dessen Feiern direkte Teilnehmer jener Ereignisse anwesend sein würden, schreibt Dejevsky.

    Es gebe aber auch eine weitere Komponente, schreibt die Journalistin weiter. „Dieses Jahr bietet dem Kreml die Gelegenheit, zu zeigen, dass die Großmacht Russland zurückgekehrt ist. Das Vorrücken des Westens wurde in der Ukraine gestoppt, und das sakrale Territorium der Krim ist an die Heimat zurückgegeben worden“.

    Deswegen streben westliche Spitzenpolitiker nicht danach, an der Siegesfeier am 9. Mai teilzunehmen, was bei Moskau für Unverständnis sorge, so die Autorin des Artikels.

    „Jedes Jahr feiert Russland am 9. Mai nicht nur den Sieg über Nazi-Deutschland, sondern beweint auch die während des Krieges getöteten 20 Millionen Russen. Es ehrt erneut die Idee des eigenen Leidens um der Rettung Europas willen“, so Dejevsky.

    Nach ihren Worten fragen sich die Russen, ob der Westen Russlands Opfer verstehe und das jemals schätzen würde. Bei der Ukraine-Frage sehen sie den Stein des Anstoßes nicht. Um das zu verstehen, sollten westliche Spitzenpolitiker Dejevsky zufolge am 9. Mai nach Moskau kommen.

    „Die meisten Menschen im Westen haben möglicherweise keine Angst vor einer Wiedergeburt des Faschismus in der Ukraine. Doch aus Gesprächen mit Putin und anderen, deren Väter an dieser und anderen Fronten kämpften, könnte man verstehen, warum die Russen Angst davor haben“, schreibt Dejevsky.

    Wenn westliche Politiker doch nach Moskau kämen, könnten sie der Journalistin zufolge diplomatische Fortschritte erzielen, wie das im Juni 2014 bei der feierlichen Begehung des Jahrestages der Landung der Alliierten in der Normandie der Fall gewesen sei.

    „In den letzten Jahren verspielte der Westen die Chancen, eine nach der anderen, zu verstehen, wie die Vergangenheit Russlands dessen Gegenwart beeinflusst. Nun ist eine weitere Chance verloren gegangen“, schreibt die Journalistin abschließend.

    Traditionell werden Spitzenpolitiker aus vielen Ländern nach Moskau zur Siegesfeier am 9. Mai eingeladen. Zum 70. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland sind 68 Staats- und Regierungschefs sowie Präsidenten der UNESCO, UN, EU und des Europarates eingeladen worden.

    Mehr als 25 ausländische Spitzenpolitiker haben ihre Teilnahme bestätigt. Unter den Teilnehmern sind die Staatschefs von GUS-Ländern, von asiatischen Ländern, der BRICS-Mitgliedsländer, sowie Staatschefs einer Reihe europäischer Länder – Tschechiens, der Slowakei, der Balkanländer und Zyperns.

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    Tags:
    Nationalsozialismus (Nazismus), 70. Jahrestag des Sieges, UNESCO, GUS, Wladimir Putin, Mary Dejevsky, Deutschland, Moskau, Russland, Ukraine