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15:17 14 Oktober 2019
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    Siegesparade zum 70. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg

    Carnegie-Zentrum: Siegesparade zeigt Russlands Erstarken

    © Sputnik / Maxim Blinov
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    70. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg (108)
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    Die grandioseste Siegesparade in der neueren Geschichte Russlands hat der Weltgemeinschaft gleich mehrere wichtige Signale gegeben, schreibt der Direktor des Moskauer Carnegie-Zentrums, Dmitri Trenin, in einem Artikel für die Zeitschrift „National Interest“.

    Fahrzeuggestützte Langstreckenraketen des Typs RS-24 Jars während der Militärparade auf dem Roten Platz.
    © Sputnik / Host photo/ Vladimir Pesnya
    Es dürfe nicht vergessen werden, dass der 9. Mai etwas viel Wichtigeres als „nur“ der Siegestag im blutigsten Krieg in der Geschichte Russlands sei. Das sei ein Volksfeiertag, der viel bedeutender war als der Tag der Oktoberrevolution in der Sowjetunion oder der Tag der Unabhängigkeit in Russland. Der Tag des Sieges habe zur Vereinigung der Russen selbst nach dem Zerfall der Sowjetunion beigetragen. Das Gedenken an den Großen Vaterländischen Krieg sei heilig, heißt es in dem Artikel. 

    Die Parade zum 70. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg habe gezeigt, dass die russischen Streitkräfte wiederbelebt worden seien, so der Politologe. Russland habe demonstriert, dass seine Militärreform sehr erfolgreich war und dass die für die Modernisierung der Armee ausgegebenen Mittel die Entwicklung von neuen Waffenarten ermöglicht haben. Auf dem Roten Platz wurden am 9. Mai völlig neue Panzer und Schützenpanzerwagen sowie die Flugabwehrraketenkomplexe großer und mittlerer Reichweite Triumph und interkontinentale Feststoffraketen RS-24 Jars gezeigt. 

    Eine weitere Besonderheit der Siegesfeier in diesem Jahr bestand darin, dass die Veranstaltungen von den westlichen Politikern ignoriert wurden, „die vor fünf Jahren an den Veranstaltungen teilgenommen hatten“, so Trenin weiter. Die Weigerung der Offiziellen aus den USA und der EU, nach Moskau zu reisen, haben viele Russen als einen Beweis dafür wahrgenommen, „dass zwischen Russland und dem Westen eine neue Ära der Feindseligkeit begonnen hat“.

    Dabei habe die Parade auf dem Roten Platz bewiesen, dass das russisch-chinesische Bündnis nicht nur eine „Axis of Convenience“ sei. Der russische Präsident Wladimir Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping „haben sichtlich Spaß an der gegenseitigen Kommunikation“.

    Vorsitzender der VR China Xi Jinping
    © Fotobank.ru/Getty Images / SeongJoon Cho
    Auffallend sei auch, dass der russische Staatschef zum ersten Mal in der Geschichte der Parade anlässlich der Beendigung des Zweiten Weltkriegs beiwohnen werde, die für September in Peking angesetzt sei. Die zahlreichen russisch-chinesischen Kooperationsabkommen auf Gebieten wie Handel bzw. Wirtschaft, Militärwesen usw. zeugen davon, dass die Idee eines „Großen Europas“, die Wladimir Putin einst verwirklichen wollte, nun Platz für die Idee eines „Großen Asiens“ gemacht habe.

    In letzter Zeit gebe sich Russland immer öfter als ein Land, das nicht zum Westen gehöre und seinen eigenen Weg gehe, stellte Trenin weiter fest. In wenigen Monaten werde Russland zwei Gipfeltreffen ausrichten – der BRICS und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Chinas Beteiligung daran werde etwas Besonderes sein. „Das immer engere russisch-chinesische Zusammenwirken im Rahmen beider Foren sowie im UN-Sicherheitsrat wird zur weiteren Konsolidierung der ‚nichtwestlichen‘ Staaten vor dem Hintergrund des anhaltenden Wandels der Weltordnung führen“, heißt in dem Artikel.

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    Tags:
    Zweiter Weltkrieg, 70. Jahrestag des Sieges, Carnegie Moscow Center, Wladimir Putin, Xi Jinping, Dmitri Trenin, Russland