15:34 16 August 2017
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    Figaro: Wozu erniedrigt der Westen Russland?

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    Mit seiner Weigerung, an der Parade zum 70. Jahrestag des Kriegsendes in Moskau teilzunehmen, hat der französische Präsident François Hollande gleichzeitig einen diplomatischen, moralischen und strategischen Fehltritt begangen, schreibt der Journalist Renaud Girard in „Le Figaro“ und ruft den Westen auf, "sich selbst den Spiegel vorzuhalten".

    „Aus diplomatischer Sicht war die Absage einfach unhöflich. Aus der Sicht der Moral hätte Hollande die riesigen Kriegsopfer der Russen ehren sollen. Strategisch gesehen lässt Paris Moskau näher an China rücken, indem es die amerikanische Boykottpolitik unterstützt.“

    Сhinesischen Präsidenten Xi Jinping nach Moskau angekommen
    Sputnik Host Foto Agency/Pavel Lisitsyn
    In seinem Beitrag „Wozu Russland erniedrigen?“ erinnert Girard daran, dass Chinas Staatschef Xi Jinping während der Parade in Moskau rechts von Putin gestanden habe. Ein hoher Beamter der Kommunistischen Partei Chinas sagte danach, dass die Beziehungen zwischen beiden Staaten nach den Siegesfeiern in Moskau ein neues Niveau erreicht hätten.

    Der Westen versuche seit Jahren nicht mehr, Russland zu verstehen. „Der Mangel an Verständnis wurde 2008 offensichtlich,  als der Westen nach Russlands Reaktion auf den georgischen Angriff auf Südossetien damit begann, Moskau Predigten zu halten.“ Der georgische Angriff habe hunderte Menschen das Leben gekostet, darunter mehr als zehn russische Militärbeobachter. „Stellen wir uns vor, dass die serbische Artillerie Pristina beschießen und zehn US-Soldaten töten würde. Würde die Nato tatenlos bleiben?“, so Girard. Statt Russland immer wieder zu belehren, sollte der Westen sich selbst den Spiegel vorhalten.

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    Tags:
    François Hollande, Wladimir Putin, Xi Jinping, Renaud Girard, Russland, China
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