02:33 20 August 2017
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    Steinmeier: „Rotes Telefon“ zwischen Nato und Russland schützt vor Eskalationen

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    Der deutsche Außenminister hat sich lobend zur Einrichtung einer Direktverbindung zwischen der Nato und Russland geäußert. Das neue „Rote Telefon“ soll vor Eskalationen schützen, sagte Frank-Walter Steinmeier am Rande des Nato-Außenministertreffens in Antalya.

    „Ich freue mich darüber, dass der Vorschlag nicht nur verfolgt, sondern jetzt in die Tat umgesetzt worden ist“, so Steinmeier auf einer Pressekonferenz. Das „Rote Telefon“ sei zwar kein Durchbruch im Verhältnis Nato-Russland, „aber es schützt uns in gewisser Weise davor, dass Signale missinterpretiert werden“.  Diese Standleitung mache es möglich, „Irritationen schnellstmöglich aufzuklären und Überreaktionen, die dann in Eskalationen einmünden können, zu vermeiden“.

    Im Kalten Krieg hatte es zwischen den USA und der Sowjetunion einen direkten Draht, das so genannte Rote Telefon, gegeben. Auf Anregung des deutschen Außenministers ist eine solche Direktverbindung nun zwischen der Nato und dem russischen Militär eingerichtet worden.

    Die Beziehungen zwischen Russland und den Nato-Staaten hatten sich nach dem Umsturz 2014 in der Ukraine dramatisch verschlechtert. Westliche Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung anerkannt, jedoch nicht das darauf gefolgte Referendum auf der von Russischstämmigen dominierten Schwarzmeerhalbinsel Krim, die im März eindeutig für eine Wiedervereinigung mit Russland stimmte.

    Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und — auf ihr Drängen hin — die Europäische Union in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Russland konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln. Zudem verstärken die USA und die Nato ihre Truppen an den russischen Grenzen.

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    Tags:
    NATO, Frank-Walter Steinmeier, USA, Russland, Krim