19:06 18 September 2018
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    Flughafen Simferopol

    Polit-Geste per Namensgebung: Kiew benennt Krim-Flughafen nach heldenhaftem Tataren

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    Das ukrainische Parlament hat am Donnerstag dem Flughafen Simferopol auf der Halbinsel Krim, die seit mehr als einem Jahr nicht mehr zur Ukraine gehört, einen Namen gegeben.

    Auf Parlamentsbeschluss wurde der Flughafen der Krim-Hauptstadt nach Amet-Chan Sultan benannt — einem sowjetischem Testpiloten und Kampflieger im Zweiten Weltkrieg. Der Pilot, der zweimal den Ehrentitel „Held der Sowjetunion“ erhalten hat, vertrat das Volk der Krim-Tataren.

    „Es ist eine weit verbreitete Praxis, Flughäfen nach Nationalhelden zu benennen“, äußerte der Abgeordnete Andrej Teteruk von der Fraktion Volksfront von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk bei der Vorlage des Gesetzentwurfs zur Abstimmung.

    Dass die Praxis, Flughäfen auf fremdem Territorium einen Namen zu geben, eher weniger verbreitet ist, wurde bei der Parlamentssitzung wohl nicht erwähnt. Mit dieser Aktion wollte die Rada offenbar bekunden, dass sie die Angliederung der Halbinsel an Russland nicht anerkennt.

    „Mit der Umbenennung werden wir den Helden für die kommenden Generationen verewigen. Amet-Chan Sultan ist Nationalheld, sowjetisches Fliegerass, Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs“, fügte der Abgeordnete hinzu.

    Für den Beschluss stimmten 240 Abgeordnete. Die notwendige Mehrheit lag bei 226 Stimmen.

    „Es ist unmöglich, dass wir ernsthaft darauf reagieren – für uns ist diese Entscheidung nicht bindend“, äußerte dazu Leonid Sluzki, Ausschusschef im russischen Oberhaus (Staatsduma), im Gespräch mit RIA Novosti.

    „Anscheinend haben die ukrainischen Abgeordneten nichts mehr zu tun. Die Ukraine ist mit einem wirtschaftlichen Kollaps, mit einem Bürgerkrieg konfrontiert. Seit fast einem Jahr bekommen Menschen keine Renten und Löhne mehr, während die Rada (das Parlament) nichts anderes zu tun hat, als einen Flughafen eines anderen Staates umzubenennen.“

    Der historischen Gerechtigkeit zuwider habe die Krim 23 Jahre lang unter ukrainischer Rechtshoheit gestanden, so Sluzki weiter. Nun handle es sich um eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands —  unabhängig davon, ob die Werchowna Rada den Krim-Beitritt zu Russland akzeptiert.

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