08:47 19 Februar 2018
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    Zeitung: USA waren im Umgang mit Moskau nicht immer einfühlsam

    © AP Photo/ Evan Vucci, File
    Politik
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    Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington leiden nicht selten unter Kränkungen und Missverständnissen. Das schreibt Nicolas Richter, Washingtoner Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“, in einem in der Donnerstagsausgabe veröffentlichten Beitrag.

    „Zwischen Amerika und Russland könnte das Verhältnis so einfach sein: Beide sind einflussreich, beide sind Vetomächte im UN-Sicherheitsrat, beide brauchen einander. Vielen Weltkrisen sieht man an, ob Moskau und Washington zusammenarbeiten: Im Atomstreit mit Iran, wo sich eine Lösung abzeichnet, tun sie das. In Syrien tun sie es nicht.“

    Russen sehen die USA als Gefahr an
    © Foto: US Air Force / Dennis Sloan
    „Ja, die USA waren im Umgang mit Moskau nicht immer einfühlsam. In den Neunzigerjahren durchhallte Washington die Parole ‚Wir haben den Kalten Krieg gewonnen‘, was einiges über amerikanische Hybris, die Fixierung aufs Siegen und Verlieren und das Verharren mancher US-Politiker in Kategorien des Kalten Krieges verrät. Es war töricht von George W. Bush, gegen den Willen Russlands 2003 im Irak einzumarschieren und einen Raketenschild in Osteuropa zu planen, und es war töricht von (Präsident Barack) Obama, Russland eine Regionalmacht zu nennen.“

    Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass es nie einen amerikanischen Plan gegeben hat, Russland zu demütigen. Jetzt, da US-Außenminister John Kerry Russland besucht habe, redeten Moskau und Washington wieder miteinander, was der Welt nur guttun könne, schreibt der Autor.

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    Tags:
    UN-Sicherheitsrat, John Kerry, Barack Obama, Irak, Syrien, Washington, Moskau, Russland