04:57 25 November 2017
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    Lenin-Denkmal

    Kiew verbannt sowjetische Symbole

    © AP Photo/ Vadim Ghirda
    Politik
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    Der Kiewer Stadtrat hat beschlossen, zum Unabhängigkeitstag am 24. August alle sowjetischen Symbole an Gebäuden, in U-Bahn-Stationen und an anderen Bauwerken zu entfernen, die zum Eigentum der Stadtverwaltung gehören.

    Schwierigkeiten könnte es bei denkmalgeschützten Bauwerken geben. Ein Beispiel: An der Mutter-Heimat-Statue am Dnistr-Ufer ist nach wie vor ein Schild mit dem Wappen der Sowjetunion zu sehen.

    Der Beschluss des Kiewer Stadtrats ist eine Fortsetzung der Politik zur Verbannung von sowjetischen Symbolen. Am 9. April verabschiedete die Oberste Rada (das Parlament) das Gesetz zur „Verurteilung kommunistischer und nationalsozialistischer totalitärer verbrecherischer Regime“ und verbot die Nutzung der entsprechenden Symbolik. Das Gesetz wurde noch nicht vom ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko unterzeichnet.
    Nach Angaben des Initiators dieses Vorhaben, des Abgeordneten Alexander Wowtschenko, wird die Demontage in drei Etappen erfolgen.

    Zunächst soll eine Inventur der Objekte mit den wichtigsten sowjetischen Symbolen – dem Wappen der Sowjetunion in Form von Hammer und Sichel und dem Bildnis von Wladimir Lenin – vorgenommen werden. Laut Wowtschenko sollen diese Elemente abgebaut werden. „Geringfügige sowjetische“ Elemente sollen nicht entfernt werden.

    Dieser Beschluss wurde getroffen, um die Gefühle der Veteranen nicht zu verletzen, weil sich viele Symbole auf Objekten befinden, die den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg symbolisieren. Dennoch sind auch Hammer und Sichel an diesen Objekten zu finden.

    Obwohl dieser Beschluss erst jetzt getroffen wurde, läuft die Inventur bereits seit einem Monat und soll bis zum 28. Juni beendet sein – dem Tag der Verfassung der Ukraine. Nach vorläufigen Schätzungen handelt es sich um rund 100 Objekte, die zum Eigentum der Stadt gehören.
    Die zweite Etappe – die Demontage der sowjetischen Symbole – soll bis zum 28. August abgeschlossen werden – dem Unabhängigkeitstag.
    Die Tafeln mit der Abbildung von Hammer und Sichel am Gebäude des Kiewer Stadtrats (dort befindet sich auch die Stadtverwaltung) wurden bereits Mitte April entfernt – eine Woche nach der Verabschiedung des oben genannten Gesetzes.

    Die letzte Etappe soll am längsten sein und wird für heftige Debatten sorgen. Bis zum März 2016 sollen Wettbewerbe für die besten Varianten als Ersatz für die sowjetischen Symbole durchgeführt werden. An diesem Prozess sollen sich auch die Bürger beteiligen.

    Die Pläne der Kiewer Stadtbehörden sorgen für große Aufregung unter den Bürgern. Im Internet laufen heftige Diskussionen über die Pläne der Kiewer Behörden, Mosaik-Wandbilder und andere dekorative Elemente in der Kiewer U-Bahn zu entfernen. Es werden bereits Unterschriften zu einem offenen Brief an den Vorsitzenden des Kiewer Stadtrats, Vitali Klitschko, gesammelt, in dem die Verantwortlichen des Projekts „Soviet Mosaics In Ukraine“ (mit Unterstützung des Kulturministeriums) darum bitten, diese Elemente des sowjetischen Modernismus nicht zu entfernen. Seit dem 12. Mai wurden 500 Unterschriften gesammelt.

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    Tags:
    Vitali Klitschko, Petro Poroschenko, Wladimir Lenin, Ukraine, Kiew