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    China stockt Atomarsenal auf und rügt USA für Dominanzpläne

    © Sputnik / Maria Tschapligina
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    China modernisiert seine Atomraketen. Experten betrachten das als Vorbereitung für eine „langfristige Konkurrenz“ mit den USA. Peking warnt Washington davor, sich in die Gebietsstreite um das Südchinesische Meer einzumischen.

    Die „Nesawissimaja Gaseta“ zitierte am Montag den Experten Pawel Kamennow vom russischen Fernost-Institut mit den Worten, die chinesische landgestützte Interkontinental-Rakete DF-31 sei vor zwei oder drei Jahren in Dienst gestellt worden. Sie sei mobil und habe einen Mehrfachsprengkopf. Dieser enthalte offenbar drei individuell gesteuerte nukleare Sprengsätze.

    China brauche allerdings komplizierte technische Maßnahmen, um den US-Raketenschild im Pazifikraum bei Bedarf zu überwinden. Wahrscheinlich werde in China bereits daran getüftelt. Sonst sei Amerika künftig in der Lage, die startenden chinesischen Raketen in der Anfangsphase des Fluges abzuschießen, hieß es.

    „Die Anfangsphase, wenn die Rakete beschleunigt wird, dauert eine oder zwei Minuten, nicht mehr. Falls es den Amerikanern gelingt, die Rakete dabei abzufangen, werden Chinas strategische Streitkräfte einen großen Schaden dadurch erleiden. Der US-Raketenschild in Europa bereitet übrigens ähnliche Probleme für die russischen Atomstreitkräfte“, erläuterte Kamennow.

    Die „New York Times“ hatte jüngst berichtet, China habe sein nukleares Arsenal deutlich modernisiert. Die Reichweite sei erhöht worden, es gebe nun Raketen mit Mehrfachsprengköpfen, hieß es unter Berufung auf US-Militärexperten und Geheimdienstler. Dies sei ein Hinweis darauf, dass China darauf verzichte, sich auf ein Minimum in Sachen Atomwaffen zu beschränken. Für viele US-Experten sei diese Nachricht eine Überraschung. 

    „Das zielt offensichtlich darauf ab, sich auf eine langfristige Konkurrenz mit den USA vorzubereiten. Die Chinesen haben immer eine US-Überlegenheit im Bereich der Kernwaffen gefürchtet“, kommentierte Ashley Tellis, einst Mitglied des National Security Council unter Präsident George W. Bush.

    Die Berichte über die Aufstockung des chinesischen Atomarsenals fielen zeitlich mit dem Besuch von US-Außenminister John Kerry in China zusammen. Er besprach mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi insbesondere die Situation im Südchinesischen Meer. Kürzlich hatten die Philippinen die USA um Hilfe in ihrem Gebietsstreit mit China gebeten. Es geht um die Spratly-Inseln, wo China derzeit seine Bauarbeiten intensiviert.

    Wang Yi betonte nach dem Treffen mit Kerry, Pekings Entschlossenheit, seine Souveränität und seine territoriale Integrität zu verteidigen, sei „felsenfest“. Die Bauarbeiten auf den Spartly-Inseln seien ein souveränes Recht Chinas.

    Die amtliche chinesische Agentur Xinhua betonte in einem Kommentar zum Thema, Washington habe keine legitimen Gründe, Vorwürfe gegen Peking in Bezug auf das Südchinesische Meer zu erheben. Stattdessen müsse die US-Regierung ihre kontraproduktive Haltung korrigieren: „Die USA, die mit ihrer derzeitigen Strategie Asien stärker ins Visier nehmen, provozierten die Philippinen, die die Ruhe störten und die Spannungen in der Region schürten. Die Sorgen der USA um eine freie Schifffahrt sehen vor diesem Hintergrund wie ein Vorwand aus, wobei das wahre Ziel darin besteht, die US-Dominanz in der Region aufrechtzuerhalten.“

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    Tags:
    Ashley Tellis, Pawel Kamennow, John Kerry, USA, China, Philippinen