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19:43 17 Oktober 2019
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    Protestkundgebung in der mazedonischen Hauptstadt SkopjeProtestkundgebung in der mazedonischen Hauptstadt Skopje

    Mazedonien: 90.000 Regierungs-Anhänger demonstrieren in Skopje

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    Massenproteste in Mazedonien (12)
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    Einen Tag nach der massenhaften Oppositionsdemo mit 20.000 Teilnehmern sind am Montag in Mazedoniens Hauptstadt Skopje fast fünfmal so viele Regierungsanhänger auf die Straße gegangen, um Solidarität mit dem Kabinett Nikola Gruevski zu bekunden. Laut Medien war die Kundgebung der Regierungspartei VMRO-DPMNE die größte in der Geschichte des Landes.

    Laut inoffiziellen Schätzungen des TV-Senders Sitel und anderer mazedonischer Medien wie Telegraf.mk und Kurir.mk haben bis zu 90.000 Menschen an der Aktion für die Regierung teilgenommen. Die Demonstranten trugen mazedonische, aber auch serbische Flaggen. Die Demo der Regierungsanhänger war eine Art Antwort auf die Proteste der Opposition: Am Sonntag waren mehr als 20.000 Menschen dem Appell von Oppositionsführer Zoran Zaev gefolgt und hatten im Zentrum der Hauptstadt den Rücktritt der Regierung gefordert. Dabei schwenkten sie mazedonische und albanische Flaggen.

    Die Opposition wirft der Regierung Wahlfälschung und Korruption vor und macht das Kabinett für die Wirtschaftsprobleme verantwortlich. Oppositionschef Zaev fordert den Rücktritt von Ministerpräsident Gruevski und die Bildung einer Übergangsregierung. Gruevski weist alle Vorwürfe zurück und beschuldigt seinerseits Zaev, die Macht in Skopje undemokratisch ergreifen zu wollen.

    Washington und Brüssel involviert?

    Viele Experten sehen hinter den Protesten in Mazedonien die Vorbereitung eines gewaltlosen Regimewechsels mit dem Ziel, die für die USA und Westeuropa unliebsame Regierung in Skopje, die Russland-Sanktionen ablehnt und das russische Pipelineprojekt Turkish Stream unterstützt hat, loszuwerden.

    Die Antiregierungsaktionen laufen nach dem klassischen Szenario des Westens und richten sich gegen die Politiker, die Turkish Stream unterstützten, sagte Srdja Trifkovic, Chefredakteur des Magazins Chronicles, zu RT. Seiner Meinung nach stecken Washington und Brüssel hinter der Krise in Mazedonien. Der Anlass für deren Einmischung war der Wunsch des mazedonischen Ministerpräsidenten Gruevski, sein Land für Turkish Stream zu eröffnen. Durch diese Pipeline, die das geplatzte Projekt South Stream ersetzen soll, soll Erdgas aus Russland abseits des instabilen Transitlandes Ukraine nach Südeuropa strömen.

    Politikwissenschaftler Georgi Engergart von der Russischen Wissenschaftsakademie pflichtet bei: „Die USA und die EU haben enorme Anstrengungen unternommen, um South Stream zu blockieren. Nun versuchen sie auch die Transitoption Mazedonien auszuschalten, um – wie sie selbst glauben – Russland wirtschaftlich vom Balkan zu verdrängen.“ Der Experte ist sicher: Ein Machtantritt von Oppositionschef Zaev würde die Pläne für den Transit russischen Gases durch Mazedonien durchkreuzen.

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    Tags:
    Protestaktion, Türkischer Strom, VMRO-DPMNE (Partei), Nikola Gruevski, Zoran Zaev, USA, Russland, Skopje, Mazedonien