19:19 11 August 2020
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    Massenproteste in Mazedonien (12)
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    Eine ganze Reihe regierungsfeindlicher Proteste in Mazedonien ist auf beharrliche Versuche des Westens zurückzuführen, zu einer Veränderung der politischen Ordnung in dem Balkanstaat beizutragen, wie der Chefredakteur von Chronicles, Srdja Trifkovic, in einem Interview mit dem russischen Sender RT sagte.

    „Alles entwickelt sich nach dem klassischen Szenario einer Regimeablösung, das Gene Sharp (anm. Red.: Politologe und Autor einer Theorie der Gewaltlosigkeit als politische Waffe) vor vielen Jahren entworfen hatte“, so Trifkovic. Diese Taktik werde wohl kaum erneut klappen – diesmal in Mazedonien, denn die Rede sei von Tausenden, nicht aber von Dutzend Tausenden Protestlern.

    Der sozialdemokratische Oppositionsführer Zoran Zaev habe keinen Grund, damit zu rechnen, dass Premier Nikola Gruevski seine Koffer packt und geht. Zaev selbst werde vom Westen unter Druck gesetzt, welcher der Opposition Informationen über mutmaßlich rechtswidrigen Handlungen von Vertretern der Macht wie auch von albanischen Terroristen zur Verfügung gestellt hat. Deshalb sei die Freiheit des Manövrierens des Oppositionsführers sehr beschränkt.

    „Ich glaube nicht, dass alles in ein bis zwei Tagen mit dem nächsten Rücktritt eines Präsidenten zu Ende geht“, so Trifkovic.

    Washington und Brüssel „fühlen den Puls“ dieser Krise seit deren Beginn, sagte Trifkovic weiter. Der geopolitische Grund für die Einmischung in die innenpolitische Landschaft Mazedoniens sei der Wunsch von Premier Gruevski gewesen, die  Verlegung eines Teils der Gaspipeline Türkischer Strom durch Mazedonien zu erwägen.

    Vom Westen unter Druck gesetzt, sei auch Bulgarien gezwungen gewesen, dem russischen Projekt der Gaslieferungen über den Balkan und unter Umgehung der Ukraine nach Europa „nein“ zu sagen. Mazedonien erwies sich als Nächster, so der Experte. Sobald das Vorhaben von Gruevski bekannt wurde, sei er für den Westen „zu einer Zielscheibe und zu einem korrupten Nationalisten“ geworden.

    „Wir bekamen eine hervorragende Aufführung zu sehen, als der EU-Botschafter in Skopje unter den Protestlern erschien.“ Es liege klar auf der Hand, so der Politologe weiter, dass die Message zum Regimewechsel von Brüssel und Washington ausgeht und dass die Wurzeln des Protestes in die Aktion albanischer Terroristen am 9. Mai in Kumanovo reichen.

    „Aus meiner Sicht werden wir Zeugen einer weiteren Episode des langanhaltenden geopolitischen Kampfes zwischen den USA und ihren nachgiebigen europäischen Freunden einerseits und Russland andererseits.“

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    Terrorismus, Protestaktion, Nikola Gruevski, Srdja Trifkovic, Skopje, Mazedonien