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23:35 23 Oktober 2019
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    Angela Merkel und Gerhard Schröder

    Schröder lobt Merkels Russland-Politik – Umgang des Westens nicht immer richtig

    © AP Photo / Franka Bruns
    Politik
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    In der Krise zwischen dem Westen und Russland hat Gerhard Schröder die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter-Steinmeier für ihren politischen Kurs gegenüber Moskau gelobt.

    „Die Bundesregierung hat ja dafür gesorgt, dass die Gesprächskanäle nicht abreißen. Das ist ihr Verdienst, sowohl des Außenministers als auch der Kanzlerin. Und ich hoffe, dass es auch dabei bleibt“, sagte der Altkanzler in einem Interview mit BILD. Auch wenn Merkel an der Siegesparade zum 70. Jahrestag des Kriegsendes auf dem Roten Platz nicht teilgenommen habe, sei die gemeinsame Kranzniederlegung der Kanzlerin mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 10. Mai in Moskau „ein gutes Signal für die deutsch-russischen Beziehungen“ gewesen. „Nazi-Deutschland hat unermessliches Leid über die damalige Sowjetunion gebracht. Und sich dazu verantwortlich zu zeigen, halte ich für richtig“, sagte der Altkanzler.

    Zugleich kritisierte er, dass die Art und Weise, wie der Westen mit Russland umgeht, nicht immer richtig sei. So drohe der Westen in der Ukraine-Frage immer mit der Verschärfung und Verlängerung der Sanktionen gegen Moskau. „Warum fragen westliche Politiker nicht mal: Können wir Sanktionen nicht lockern oder aufheben – wenn es in der Ukraine Fortschritte gibt? Das hat der amerikanische Außenminister Kerry vor wenigen Tagen in Sotschi getan.“ Das sei gut und er hoffe, dass diese Position die Richtlinie der US-Politik bleibe, sagte Schröder.

    „Auch wenn man nicht mit allem einverstanden ist, was die gegenwärtige russische Regierung tut, muss man anerkennen, dass es die historische Verantwortung gibt. Das sollte man voneinander trennen“, so der Altkanzler weiter. Er erinnerte daran, dass, obwohl der Irakkrieg gegen die UN-Charta verstoßen habe, „haben wir trotzdem weiterhin amerikanische Kasernen in Deutschland geschützt“.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich nach dem Februar-Umsturz in der Ukraine dramatisch verschlechtert. Westliche Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung anerkannt, jedoch nicht das darauf gefolgte Referendum auf der von Russischstämmigen dominierten Schwarzmeerhalbinsel Krim, die im März eindeutig für eine Wiedervereinigung mit Russland stimmte. Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und — auf ihr Drängen hin — die Europäische Union in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Russland konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln.

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    Tags:
    Angela Merkel, Gerhard Schröder, Deutschland, USA, Russland, Ukraine, UdSSR