01:36 17 Dezember 2017
SNA Radio
    Krimtataren

    Russlands OSZE-Gesandter: Moskau sorgte für Verbesserung der Lage von Krim-Tataren

    © Sputnik/ Valery Melnikov
    Politik
    Zum Kurzlink
    Integration und Entwicklung der Krim-Region (294)
    0 12312

    Die Situation der Krim-Tataren hat sich wesentlich verbessert, seitdem die Halbinsel wieder zu Russland gehört, schätzt Russlands Ständiger Vertreter in der OSZE, Andrej Kelin, ein.

    In den Gebieten, in denen die Krim-Tataren leben, hat nach seinen Worten der Bau von Wohnungen und Schulen begonnen. Zudem werden Strom-, Wasser- und Gasleitungen gelegt und Straßen gebaut.

    Die Krim und Sewastopol gehören Russland wieder seit März 2014 an, nachdem die meisten Einwohner bei einem Referendum für den Beitritt zu Russland gestimmt hatten. Laut dem Beitrittsvertrag werden alle Krim-Einwohner als Staatsbürger der Russischen Föderation anerkannt, es sei denn sie wollten bzw. wollen weiterhin ukrainische Staatsbürger bleiben. Nach Angaben der russischen Einwanderungsbehörde haben insgesamt nur 3427 Krim-Einwohner auf die russische Staatsbürgerschaft freiwillig verzichtet. Auf der Halbinsel leben insgesamt nahezu zwei Millionen Menschen.

    „Seitdem sich diese Region im russischen Rechtsfeld befindet, zeichnen sich dank der Maßnahmen zur Lösung von sich seit langem angehäuften Fragen in Bezug auf das Leben der Krim-Tataren wesentliche Verbesserungen ab“, äußerte Kelin in einer entsprechenden OSZE-Sitzung. Seine Rede ist auf der Website des russischen Außenministeriums zu finden.

    Kelin verwies darauf, dass die Krim-tatarische Sprache neben dem Russischen und dem Ukrainischen als offizielle Sprache der Republik gelte und dass in 15 Schulen auf der Halbinsel auf Krim-Tatarisch unterrichtet werde. Zudem habe in den Gebieten, in denen die Nachkommen der Mitte des 20. Jahrhunderts auf die Krim deportierten Tataren leben, der Bau von Wohnungen, Schulen, Straßen sowie Strom-, Wasser- und Gasleitungen begonnen. Geplant seien außerdem Entschädigungen für die Unannehmlichkeiten, die ihre Vorfahren in Kauf nehmen mussten, so der russische OSZE-Botschafter.

    Dabei werden „alle beachtenswerten Informationen über die angebliche Verletzung der Menschenrechte (und zwar nicht nur gegenüber den nationalen Minderheiten) von den zuständigen Behörden überprüft. Falls sie bestätigt werden, werden Maßnahmen zur Änderung der entstandenen Situation ergriffen, und die Schuldigen zur Verantwortung gezogen“, ergänzte Kelin. „Es ist bedauernswert, dass die ukrainische Seite und manche von unseren Kollegen mit den angeblichen Problemen der Krim-Tataren spekulieren und aggressive Stimmungen auslösen.“

    Anfang dieser Woche war Bundesregierungssprecher Steffen Seibert aus Anlass des 71. Jahrestages der Zwangsdeportation von Krimtataren auf Befehl Josef Stalins auf dieses Thema eingegangen. Dabei behauptete er, Vertreter dieser Bevölkerungsgruppe würden „auf vielfältige Weise in der Ausübung ihrer Religion behindert“. Außerdem würden nach seinen Worten krimtatarische Medien auf Anweisung der Behörden geschlossen. Zugleich ignorierte der Regierungssprecher zahlreiche offensichtliche Fakten, auf die der Ständige Vertreter Russlands in der OSZE nun hinweisen musste. 

    Themen:
    Integration und Entwicklung der Krim-Region (294)

    Zum Thema:

    Polit-Geste per Namensgebung: Kiew benennt Krim-Flughafen nach heldenhaftem Tataren
    Russland-Türkei: Belastungsprobe wegen Krim-Tataren
    70 Jahre Deportation der Krim-Tataren: Trauer-Demo in Simferopol
    Putin und Erdogan erörtern Probleme der Krim-Tataren
    Tags:
    Bevölkerung, Menschenrechte, OSZE, Steffen Seibert, Andrej Kelin, Russland, Krim