18:44 15 Dezember 2017
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    EU-Experte Malosse: Europa hat immer noch Angst vor östlichen Nachbarn

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    Westeuropäische EU-Länder betrachten Teilnehmer des Programms der „Östlichen Partnerschaft“ immer noch als eine Bedrohung. Das erklärte der Chef des EU-Wirtschafts- und Sozialausschusses, Andre Malosse, am Freitag beim Gipfel der „Östlichen Partnerschaft“ in der lettischen Hauptstadt Riga.

    „Was bezeichnen wir als europäische Perspektive, da wir nichts oder sehr wenig tun, um mangelndes Wissen und Misstrauen zwischen uns zu überwinden? Ich meine unter anderem westeuropäische Länder, die in ihren Nachbarn im Osten immer noch eine Gefahr sehen“, wurde der Experte vom Pressedienst des Ausschusses zitiert.

    „Was bezeichnen wir als europäische Perspektive, da der Handel zwischen unseren Ländern stagniert oder gar zurückgeht, da die Arbeitslosigkeit überall steigt, da die einzige ‚europäische Perspektive‘ in einigen Ländern der ‚Östlichen Partnerschaft‘ nur die Ausreise in die EU ist, um dort Arbeit zu bekommen, für die sie eine zu hohe Bildung haben? Universitätsdozenten, die an der Bartheke stehen oder Putzfrauen werden – das ist eine Schande“, erklärte Malosse.

    Das Programm der „Östlichen Partnerschaft sieht die politische Assoziierung und ökonomische Integration von sechs Ex-Sowjetrepubliken mit der EU vor. Zum Programm gehören Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, die Ukraine und Weißrussland. Georgien, Moldawien und die Ukraine hatten im vergangenen Jahr Assoziierungsabkommen mit Brüssel unterschrieben, die bereits von den meisten EU-Ländern ratifiziert wurden.

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    Tags:
    Gipfeltreffen der Östlichen Partnerschaft, EU, Andre Malosse
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