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    Im Vorfeld des 71. Jahrestages der stalinschen Deportation von Krim-Tataren am 18. Mai sind Provokationen gegen die neuen Machtstrukturen auf der Halbinsel, die von vielen Beobachtern nicht ausgeschlossen wurden, ausgeblieben. Nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil das Protestpotential dieser Bevölkerungsgruppe wohl gar nicht so stark ist.

    Nach der Angliederung der Halbinsel an die Russische Föderation unternahm Moskau beträchtliche Bemühungen, damit sich die Krim-Tataren auf der Krim komfortabel fühlen. Die krim-tatarische Sprache wurde von einem Ende März 2014 verabschiedeten Verfassungsgesetz neben Russisch und Ukrainisch als eine der Staatssprachen der Republik Krim anerkannt. Krim-Tataren sind in den höchsten Machtgremien der Krim  vertreten – als Vizeregierungschef, als stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates, als stellvertretender Kulturminister und als Vize des Oberbürgermeisters der Krim-Hauptstadt Simferopol.

    Bei einem Treffen mit angesehenen Vertretern von Krim-Tataren am 16. Mai 2014 in Sotschi betonte Präsident Wladimir Putin: „Wir können es nicht zulassen, dass das Volk der Krimtataren zu einer Wechselmünze im zwischenstaatlichen Streit, etwa im Streit zwischen Russland und der Ukraine wird.“ Russland werde alles nur Mögliche unternehmen, damit sich die Krim-Tataren auf der Halbinsel zuhause fühlen, fügte er hinzu.

    Zu einer „Wechselmünze“ wird jedoch das Thema Krim-Tataren immer wieder gemacht. Sowohl ukrainische Politiker als auch ihre Partner in Europa puschen mit allen Kräften die krim-tatarischen Oppositionspolitiker Mustafa Dschemilew und Refat Tschubarow, Führer des einstigen krimtatarischen Parlaments.

    Dschemilew und Tschubarow werden unter anderem nicht müde, auf dem „exklusiven Recht“ der Krim-Tataren bei der Regelung von Fragen der Bodenverteilung auf der Halbinsel  zu bestehen, weil die Tataren die einzige „Urbevölkerung“ auf der Krim seien. Ihre Bemühungen, eine starke separatistische Bewegung zu stiften, findet jedoch kaum Unterstützung: Probleme der Krim-Tataren liegen nämlich nicht im politischen Bereich, sondern sie haben eindeutigen sozialen und wirtschaftlichen Charakter.

    2014 startete Dschemilew eine PR-Kampagne zur Bildung des Bataillons „Krim“, dass die Halbinsel „befreien“ soll. Das Gebiet Dnjepropetrowsk, dessen ehemaliger Chef und Oligarch Igor Kolomoiski die Bildung des Bataillons sponserte, wurde zu einer Zulaufstelle von Islamisten, die die Halbinsel nach der Eingliederung in die Russische Föderation verlassen hatten.

    All diese und viele andere Fakten hindern Politiker im Westen nicht daran, Dschemilew und Tschubarow als „Kämpfer um Gerechtigkeit“ hinzustellen, was Moskau kaum anders als Versuche aufnehmen muss, die Lage auf der Krim zu destabilisieren.

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