16:24 28 Oktober 2020
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    Die wirtschaftliche Rezession sowie etliche Korruptionsskandale im Zusammenhang mit führenden Parteien der EU können laut dem führenden Experten des privaten US-Analyseunternehmens Stratfor Julien Freund die Popularität nationalistischer Parteien und der so genannten Euroskeptiker steigern und dadurch die Einheit der EU in Zukunft bedrohen.

    Nach Angaben des Analysten war im Jahr 2014 eine rekordhohe Zahl von Euroskeptikern in das Europäische Parlament eingezogen, was die Struktur dieses Machtorgans etwas korrigiert, aber den Status quo noch nicht geändert habe.

    Die Ergebnisse der Wahlen zum Europäischen Parlament erklären sich  laut dem Analysten mit der Enttäuschung der Bürger der EU-Länder über die wirtschaftliche Sachlage sowie mit dem abnehmenden Vertrauen in die regierenden Parteien, von denen viele in Korruptionsskandale verwickelt sind.

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    © AP Photo / Markus Schreiber
    Freund merkt zugleich an, dass die Euroskeptiker jetzt kaum imstande sind, eine Struktur zu bilden, die sich rasch zu einer einflussreichen politischen Kraft entwickeln könnte. Dies sei auf den komplizierten Mechanismus der Herausbildung einer Koalition innerhalb des Europäischen Parlaments zurückzuführen, denn dafür sind 25 Abgeordnete von mindestens sieben EU-Ländern erforderlich.

    Der Verfasser sieht die Einheit der Europäischen Union in Zukunft durch die zunehmende Popularität der Oppositionsparteien in Europa bedroht. Einerseits würden die Abgeordneten von den Bürgern direkt gewählt und verträten vor allem die Interessen ihrer Wähler, andererseits sei das Europäische Parlament dank der paneuropäischen Idee entstanden, so Freund. Aus diesem Grund „balancieren die Mitglieder des Europäischen Parlaments stets zwischen den paneuropäischen Interessen und den nationalistischen Bestrebungen“, so der Experte.

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    Tags:
    EU-Parlament, EU, Stratfor, Julien Freund, USA