07:12 11 Dezember 2019
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    Ukrainischer Soldat

    Alkohol und Psychosen: Kiew fürchtet Flucht seiner Soldaten aus Donbass – Medien

    © AFP 2019 / Anatoly Stepanov
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    Die ukrainische Armeeführung soll in einem Geheimbericht bestätigt haben, dass die mangelnde Kampfmoral ihrer Soldaten im abtrünnigen Donezbecken immer mehr zu Alkoholmissbrauch, Psychosen und Verbrechen an Zivilisten führt. Demnach sind viele Soldaten zur Fahnenflucht bereit, sollten die Kämpfe wieder aufflammen.

    Die Volkswehr der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk teilte am Montag mit, einen geheimen Bericht von Kiewer Militärinspektoren abgefangen zu haben. Darin heißt es angeblich, dass Soldaten der Regierungstruppen „immer öfter zu Alkohol greifen, gegen die Disziplin verstoßen und Verbrechen gegen die zivile Bevölkerung begehen, was auch die Statistiken des Kiewer Innenministeriums zeigen.“

    Die Ursachen für die „schwächelnde Moral“ seien das Verbot für die Soldaten mit ihren Angehörigen und den Einheimischen per Handy zu telefonieren, sowie die Inkompetenz der Offiziere und die schlechte materielle Versorgung, wie die Donezker Nachrichtenagentur DAN meldete.

    Ukrainisches Militär
    © REUTERS / Gleb Garanich
    Die Inspektoren warnten zudem vor Risiken, dass ganze Einheiten ihre Stellungen verlassen, wenn die Kämpfe wiederaufgenommen werden sollten. Es sei zu befürchten, dass die Soldaten die Befehle „ohne zusätzlichen Zwang“ nicht erfüllen würden. Viele der Soldaten hätten sich dahingehend geäußert, dass sie aus den gefährlichen Kampfgebieten fliehen würden, sollte ein Kampfbefehl erteilt werden.

    Nach Beginn der ukrainischen Militäroperation im Donezbecken (Donbass) haben Vertreter der abtrünnigen Volksrepubliken Donezk und Lugansk die ukrainischen Soldaten mehrmals beschuldigt, in den von ihnen kontrollierten Gebieten Unwesen zu treiben.

    Der von Kiew eingesetzte Chef der Lugansker militärisch-zivilen Verwaltung, Gennadi Moskal, gestand im März ein, dass Kämpfer des regierungstreuen Bataillons Aidar in Wohnungen von Zivilisten einbrechen, auf der Straße aus Maschinenpistolen um sich schießen und sogar Polizisten überfallen.  Moskal bezeichnete die Angehörigen des Bataillons als „bewaffnete Randalierer und Räuber“.

    Zuvor hatte das ukrainische Verteidigungsministerium das Problem des Alkoholmissbrauchs bei den Truppen im Donbass zugegeben, nachdem ein offenbar alkoholisierter Soldat Mitte März ein siebenjähriges Mädchen mit einem Luftlandepanzer tödlich überrollt hatte. Nach der Tragödie kam es in der Stadt Konstantinowka im Gebiet Donezk zu Ausschreitungen gegen das ukrainische Militär.

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