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05:28 19 August 2019
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    Deutsche Wirtschaft hat Sehnsucht nach Russland

    © Sputnik / Grigori Sisojew
    Politik
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    Russlands Präsident Wladimir Putin darf wegen seiner Ukraine-Politik auch am kommenden G7-Gipfel in Elmau nicht teilnehmen. Laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ kritisieren Wirtschaftsvertreter den Ausschluss Russlands. Auch die Grünen hoffen auf eine Rückkehr.

    „Wenige Tage vor Beginn des Spitzentreffens wird aus der deutschen Wirtschaft Kritik am Ausschluss Putins laut. Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, sieht in dem diesjährigen G7-Gipfel ‚eine verpasste Chance‘“, heißt es in dem am Sonntag veröffentlichten Beitrag.

    "Ein Treffen der G7 plus Russland könnte einen Beitrag zur Krisenlösung leisten und Russland zu konstruktiven Schritten im Ukraine-Konflikt bewegen", sagte Cordes dem Blatt. "Es ist immer besser, miteinander statt übereinander zu reden. Gerade in der Krise brauchen wir solche etablierten Gremien."

    Die „Welt am Sonntag“ schreibt ferner, dass Unternehmen in Deutschland die Folgen des Ukraine-Konflikts seit Monaten deutlich zu spüren bekommen. „Denn durch die Sanktionen westlicher Staaten gegen Russland, den Verfall des Rubel und den Niedergang der russischen Wirtschaft sind die deutschen Exporte nach Russland eingebrochen. Der Ost-Ausschuss warnt vor Arbeitsplatzverlusten in deutschen Betrieben. Deutschland liefert vor allem Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte nach Russland.“

    Gegen den Ausschluss Putins aus dem Format sind auch mehrere deutsche Politiker. „Russland muss zurück in die G7“, verlangte Matthias Platzeck (SPD), Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums. „Die Zerfallsprozesse im Nahen und Mittleren Osten, im Iran, in Afghanistan und in Syrien, können nur mit Russland gelöst werden. Der internationale Terrorismus kann nur mit Informationen von russischen Geheimdiensten zusammen bekämpft werden“, argumentierte der frühere brandenburgische Ministerpräsident. Auch der Klimaschutz funktioniere nicht ohne die Zusammenarbeit mit dem größten Flächenland der Welt.

    Auf ähnliche Weise äußerte sich auch die Grünen-Chefin Simone Peter: Russland sei dauerhaft wieder in das informelle Forum der Staats- und Regierungschefs einzubinden. Sein Wort habe Gewicht in der Weltpolitik, sagte Peter der „Welt“, „und deswegen sollte Russland im Hinblick auf die Lösung globaler Krisen dauerhaft eingebunden sein“.

    Der G7-Gipfel tritt am 7./8. Juni auf Schloss Elmau in Oberbayern zusammen. Russland, das die Gruppe der Sieben 1998 zu den G8 erweitert hatte, wurde 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise ausgeschlossen.

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    Tags:
    G7, Matthias Platzeck, Simone Peter, Deutschland, Russland, Ukraine, Syrien, Afghanistan