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10:45 17 Juli 2019
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    Wegen RT-Deutsch-Sendung: Landesmedienanstalt ermittelt gegen Thüringer Lokalsender

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    Politik
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    Die Thüringer Landesmedienanstalt hat Ermittlungen eingeleitet, nachdem der Erfurter Lokalsender Salve.TV die Sendung „Der Fehlende Part“ des russischen Nachrichtensenders RT Deutsch ausgestrahlt hatte.

    Mehrere Thüringer Landtagsabgeordnete übten Kritik an dem Lokalsender. So sagte Werner Pidde (SPD), die Originalsendung sei einseitig und hätte nur der „russischen Sicht“ entsprochen, was nicht dazu beitrage, dass die Zuschauer eine objektive Vorstellung von der Situation haben. Andre Blechschmidt (Linke) verwies darauf, dass der russische Sender „sehr regierungsnah“ sei. Madeleine Henfling (Bündnis 90/Grüne) kritisierte die „unkommentierte Ausstrahlung von RT, ohne journalistische Auseinandersetzung“.

    Salve.TV-Gesellschafter Klaus-Dieter Böhm stellte sich vor die Redaktion seines Senders und unterstrich, dass deutsche Zuschauer selbst entscheiden dürfen, ob sie RT-Deutsch-Programme sehen wollen oder nicht. Die Kritik am russischen Sender sorgte für Unmut bei vielen deutschen Fernsehzuschauern, die sich für Meinungsvielfalt beim Lokalsender Salve.TV ausgesprochen hatten. 

    „Was da derzeit gemacht wurde an Anti-Russland-Hetze, das ist nach meinem Empfinden überhaupt nicht eine Vielfalt von Medien gewesen. Egal wo, man konnte immer das Gleiche lesen. Und wenn sich dann ein Sender mutig outet, zu sagen: ‚Wir sind bereit, auch mal eine andere Sicht mitzuteilen‘, dann finde ich das äußerst begrüßenswert“, sagte ein Zuschauer gegenüber Salve.TV.

    „Eigentlich gilt in Deutschland so eine Regel, dass alle zu Wort kommen können – unter dem Motto Pressefreiheit. Und wenn da ein Teil fehlt, dann vermute ich dahinter ein Kalkül“, so ein anderer Zuschauer. „Ich finde, das ist einfach eine Bereicherung für die Medienlandschaft“, ergänzte ein weiterer Zuschauer.

    „Vertreter des deutschen Lokalsenders Salve.TV hatten sich selbst bereit gezeigt, RT-Sendungen auszustrahlen“, sagte RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan. „Wir haben natürlich zugestimmt. Und jetzt treten Landtagsabgeordnete und deutsche Medien gegen ihren eigenen Sender auf und rufen ihn zur Zensurierung auf. Im demokratischen Deutschland drohen die freiheitsliebenden Europäer einem deutschen Sender, weil er gewagt hat, einen Standpunkt vorzustellen, der dem deutschen Mainstream widerspricht.“ 

    Die Sendung „Der fehlende Part“ wird auf rtdeutsch.com seit November 2014 ausgestrahlt. In der wöchentlichen Talkshow diskutieren Experten aktuelle Themen und Probleme, die von den „Mainstream“-Medien in Deutschland verschwiegen werden. 

    Der Aufruf zur Ausstrahlung von RT Deutsch ist im Laufe von wenigen Monaten von mehr als 30 000 Menschen unterzeichnet worden. Darüber berichteten große deutsche Medien wie „Die Welt“, „Der Tagesspiegel“ und Deutsche Welle. So äußerte ein „Welt“-Reporter bezüglich der Perspektiven von RT Deutsch damals: „Ob der Kreml-Sender ‚Russia Today‘ sich in Deutschland etablieren wird? Wünschenswert wäre es nicht, realistisch ist es allemal.“

    Die überwiegende Mehrheit der Europäer und der US-Amerikaner zeigt Interesse am Zugang zu alternative Sichtweisen auf internationale Ereignisse, darunter auch zur Sicht russischer Medien, ergibt eine Umfrage von ICM Research für die Nachrichtenagentur Sputnik im Rahmen des Projekts Sputnik.Meinungen.

    Mit durchschnittlich 60 Prozent sprachen sich die Befragten in Europa und in den USA dafür aus, dass in den Medien diverse Sichtweisen auf international aufsehenerregende Ereignisse vertreten sein sollen.

    Je 57 Prozent sprachen sich dafür in den USA und in Großbritannien aus. In Deutschland interessieren sich 55 Prozent der Befragten für eine alternative Sicht. In Frankreich liegt diese Zahl fast bei der Hälfte: bei 49 Prozent.

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    Tags:
    Medien, ICM Research, Russia Today, Salve.TV, Margarita Simonjan, Klaus-Dieter Böhm, Madeleine Henfling, Andre Blechschmidt, Werner Pidde, Deutschland