16:45 21 Januar 2020
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    Der türkische Energieminister Taner Yildiz hat die ablehnende Haltung westlicher Staaten gegenüber dem Pipeline-Projekt Turkish Stream als unlogisch kritisiert. Durch diese Pipeline, die das geplatzte Projekt South Stream ersetzt, soll Erdgas aus Russland abseits des instabilen Transitlandes Ukraine in die Türkei und weiter nach Südeuropa strömen.

    „Einerseits stemmt sich der Westen gegen dieses Projekt, andererseits bekundet er den Wunsch, Erdgas aus diesem Projekt zu bekommen“, sagte Yildiz in einem Exklusivinterview für Sputnik Turkiye. Diese Haltung sei nicht konsequent und unlogisch. Die Türkei werde mit dem Bau des Landesabschnittes beginnen, sobald Russland alle technischen Daten festlege. Nach dem neuen Plan soll der rund 190 km lange Teil der Rohrleitung nicht auf bulgarischem, sondern auf türkischem Boden verlaufen, wie Yildiz weiter sagte. Sobald Russland die genauen Koordinaten bestimme, werde die Türkei mit den Bauarbeiten beginnen.

    Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am 1. Dezember bei seinem Türkei-Besuch angekündigt, dass Russland den Bau der South-Stream-Pipeline, durch die russisches Erdgas ab 2018 direkt nach Südeuropa hätte strömen sollen, wegen des Widerstandes der EU stoppe. Stattdessen sollen eine neue Pipeline in die Türkei sowie ein Gas-Hub an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland für die Versorgung Südeuropas gebaut werden.

    Der russische Gasmonopolist Gazprom und das türkische Energieunternehmen Botas unterzeichneten eine Absichtserklärung zum Bau einer 1.100 km langen Pipeline durch das Schwarze Meer. Noch in diesem Jahr wollen beide Staaten ein Regierungsabkommen schließen. Der Lieferbeginn ist für Dezember 2016 geplant. Die geplante Jahresleistung der neuen Pipeline entspricht mit 63 Milliarden Kubikmetern der von South Stream. Etwa 14 Milliarden Kubikmeter davon sollen auf dem türkischen Markt verbraucht und weitere etwa 49 Milliarden Kubikmeter Richtung Griechenland exportiert werden.

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    Gaslieferung, South Stream, Türkischer Strom, Botas, Gazprom, EU, Wladimir Putin, Taner Yildiz, Russland, Türkei