21:36 15 Dezember 2019
SNA Radio
    Buk-Raketen

    Vorwurf des MH17-Abschusses: Kiew bestreitet nun Besitz von Buk-Raketen

    © Sputnik / Ilya Pitalev
    Politik
    Zum Kurzlink
    Von
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
    516156
    Abonnieren

    Nach den Anschuldigungen aus der russischen Rüstungsbranche, die malaysische Passagiermaschine Flug MH17 sei mit einer ukrainischen Buk-Rakete abgeschossen worden, beteuert Kiew nun, zum Zeitpunkt der Katastrophe vor einem Jahr über keine Raketen dieses Typs verfügt zu haben. Moskau hat diese Darstellung schon als „Lüge“ bezeichnet.

    „Nach meiner Kenntnis hatte die Ukraine ihr letztes Buk-System an Georgien verkauft“, sagte Igor Smeschko, Berater des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, in einer Konferenz in Brüssel.

    Das russische Verteidigungsministerium verwies darauf, diese Kiews neue Darstellung vielen Fakten widerspräche. „Die Erklärung des ukrainischen Präsidentenberaters ist absurd“, kommentierte der Sprecher des Ministeriums Igor Konaschenkow am Freitag. „Derart unverhüllte Lügen von Seiten eines ranghohen Beamten sind  einfach unanständig.“

    Der Sprecher verwies darauf, dass der ukrainische Flugabwehrchef Dmitri Karpenko bereits Anfang Juni 2014, einen Monat vor der MH17-Katastrophe, den baldigen Dienstantritt eines modernisierten Fla-Raketensystems vom Typ Buk-M1 angekündigt hatte.

    Im Oktober 2014 habe Präsident Poroschenko an der Universität Charkiw einen Unterrichtsraum für die Ausbildung von Bedienungspersonal für die Buk-Systeme besichtigt. „Wozu bildet die Ukraine dieses Personal denn aus, wenn sie keine solchen Raketen hat?“, fragte Konoschenkow. Er erinnerte auch an die Worte des ukrainischen Generalstaatsanwalts Vitali Jarema, der kurz nach dem Absturz berichtet hatte, dass „die Terroristen keine unserer Raketenkomplexe Buk und S-300 erbeutet haben“. Dass die Ukraine überhaupt keine Buk habe, sagte Jerema nicht.

    Am Dienstag hatten Fachleute des russischen Rüstungskonzerns Almaz-Antey, des Herstellers der Buk-Raketen, über ihre Untersuchungen informiert, laut denen die malaysische Boeing mit fast 300 Menschen an Bord von dem von den Kiewer Streitkräften kontrollierten Territorium aus mit einer Boden-Luft-Rakete des Typs Buk abgeschossen wurde.

    Dies widerspricht jedoch der Darstellung des ehemaligen ukrainischen Luftwaffentechnikers Jewgeni Agapow, laut dem ein ukrainischer Kampfjet des Typs Su-25 in die MH17-Katastrophe verwickelt war. Der Ukrainer ist Hauptzeuge des russischen Ermittlungskomitees im MH17-Fall.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

    Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen. Nach monatelangen Untersuchungen haben die Niederlande 147 Ermittlungsunterlagen für geheim erklärt. Die Ermittler wollen bis Oktober einen endgültigen Bericht zu den Absturzursachen präsentieren.

    Sergej Pirogow

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)

    Zum Thema:

    Kiew widerspricht Spiegel: MH17 nicht mit ukrainischem Buk-System abgeschossen
    Foto-Experte zu angeblichem MH17-Betrug: "Bellingcat betreibt Kaffeesatzleserei"
    MH17-Absturz: Nur ukrainische Buk-Rakete kommt in Frage
    Video belegt: Reuters entstellt Äußerungen von Rebellenkommandeur über Buk-Raketen
    Tags:
    Flugzeugabsturz, Flugabwehr-System Buk, S-300, Dmitri Karpenko, Igor Konaschenkow, Petro Poroschenko, Donezk, Ukraine