14:01 07 Dezember 2019
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    Situation in Donezk

    Donezk erneut unter Beschuss – Jazenjuk verspricht Rückholung des Donbass

    © Sputnik / Irina Gerashenko
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    Donezk kommt nicht zur Ruhe: In der Nacht hat die ukrainische Armee die Hauptstadt der nicht anerkannten „Donezker Volksrepublik“ nach Angaben der örtlichen Behörden mehrfach unter Beschuss genommen. Vor diesem Hintergrund verspricht der ukrainische Premier Arseni Jazenjuk in den USA eine Rückholung der abtrünnigen Industrieregion.

    Durch den nächtlichen Beschuss wurden acht Häuser in verschiedenen Stadtvierteln, mehrere Heizwerke sowie der Bahnhof beschädigt, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Nach Angaben der Donezker Volkswehr wurde eine Zivilistin in ihrem eigenen Haus getötet. Die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bestätigten, dass auf dem Gelände des Bahnhofs mindestens drei Geschosse eingeschlagen waren.

    Der Vizechef der Volkswehr, Eduard Bassurin, beschuldigte das ukrainische Militär, insgesamt 26 Geschosse aus Mörsern, Panzern und Granatwerfern auf Gebiete der „Volksrepublik“ abgefeuert zu haben. Die ukrainische Armee warf ihrerseits den Milizen vor, 40 Mal das Feuer eröffnet und dadurch gegen die im Februar vereinbarte Waffenruhe verstoßen zu haben. Die Sprecherin des Kiewer Verteidigungsministeriums, Viktoria Kuschnir, beteuerte, dass die Regierungsarmee sämtliche schweren Waffen aus dem Frontgebiet abgezogen habe. Nach Angaben der Volkswehr zog das Militär seine Waffen nur teilweise ab. Das meiste schwere Kriegsgerät befinde sich weiter an der Frontlinie. 

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    © Foto : press-service of Eastern military district of Russia
    Vor diesem Hintergrund hat der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk bei einem Arbeitsbesuch in Washington versichert, Kiew werde nicht nur das Donezbecken (Donbass), sondern auch die Schwarzmeerhalbinsel Krim wieder unter seine Kontrolle bringen.

    Die Gewalt in der Ostukraine war in der vergangenen Woche eskaliert. Die Milizen der Volksrepublik Donezk und die ukrainischen Regierungstruppen warfen sich gegenseitig vor, eine Offensive versucht zu haben. Am Nachmittag gestand der ukrainische Generalstab ein, im Raum Donezk wieder schwere Waffen eingesetzt zu haben, die laut den Minsker Abkommen von der Frontlinie hätten abgezogen werden müssen.

    Russland beschuldigte die Ukraine, mit den neuen Kämpfen den Boden für neue westliche Sanktionen der EU vorzubereiten. Drei Tage später stellten die G7-Länder bei ihrem Gipfel in Deutschland Russland eine Verschärfung der Sanktionen in Aussicht.

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    Tags:
    Minsker Abkommen, Beschuss, OSZE, Verteidigungsministerium der Ukraine, Eduard Bassurin, Arsseni Jazenjuk, Viktoria Kuschnir, USA, Ukraine, Donbass