20:18 06 Juni 2020
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    Das russische Verteidigungsministerium hat die Vorwürfe aus Washington, Moskau halte sich nicht mehr an den Vertrag über die Vernichtung der Mittel- und Kurzstreckenraketen (INF), entschieden zurückgewiesen. Nach Einschätzung der Behörde strapaziert Washington dieses Thema, um die eigene Hochrüstung zu rechtfertigen.

    Ranghohe US-Politiker warfen Russland in den letzten Tagen Verstöße gegen den INF-Vertrag vor. Moskau bestritt dies und forderte konkrete Fakten. In der vergangenen Woche hieß es aus Washington, dass die USA als Reaktion auf die „Verstöße“ neue Raketen in Europa gegen Russland in Stellung bringen könnten.

    „Es entsteht der Eindruck, dass die USA das Thema der ‚russischen Verstöße‘ mit Absicht hochtreiben, um Vorwand für militärische ‚Gegenschritte‘ zu schaffen“, kommentierte der russische Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow am Dienstag. Nach seiner Einschätzung schüren die Vereinigten Staaten den „Mythos über eine russische militärische Bedrohung“, um sich ihre globale Führungsposition zu sichern. Antonow betonte, dass Russland auch weiterhin an dem INF-Vertrag festhalten werde.

    Mit der Aufstellung von Kurz- und Mittelstreckenraketen in Europa und anderen Regionen würden sich die USA die Möglichkeit verschaffen, Russland und andere „ungehorsame“ Staaten zu bedrohen, sagte Antonow. Das würde einen endgültigen Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag bedeuten. Russland wolle das nicht und schlage Washington vor, alle Probleme auf Expertenebene zu besprechen. Auch Russland sei unzufrieden, wie die USA mit einigen Punkten des INF-Vertrags umgehen. „Deshalb halten wir einen aufrichtigen Dialog für nützlich.“

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    Tags:
    INF-Vertrag, Anatoli Antonow, USA, Russland