20:29 14 Dezember 2019
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    Japans Ministerpräsident Shinzo Abe beim G7-Gipfel in Bayern

    Japans Premier: Russlands konstruktive Teilnahme bei globalen Problemen notwendig

    © AFP 2019 / Mandel Ngan
    Politik
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    Eine konstruktive Beteiligung Russlands ist notwendig bei der Regelung großer internationaler Konflikte, unter anderem bei der Lösung der Syrien-Krise, des iranischen Atomproblems und bei der Entspannung der Lage auf der koreanischen Halbinsel, erklärte der japanische Ministerpräsident Shinzō Abe.

    „Im Hinblick auf die Lage in der Ukraine ist es jetzt nicht gerade die Situation, bei der konstruktive Gespräche im G8-Format mit Russlands Beteiligung möglich wären. Gleichzeitig ist eine konstruktive Beteiligung Russlands notwendig für die Regelung der Syrien-Frage, des iranischen Atomproblems sowie der Probleme bezüglich Nordkoreas“, äußerte der japanische Ministerpräsident in einem Interview für den Fernsehsender NHK nach dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Deutschland.

    Abe brachte auch den bevorstehenden G7-Gipfel zur Sprache, der 2016 im japanischen Küstenort Shima stattfinden soll. Der Ministerpräsident betonte unter anderem, dass das Land „zu einer konstruktiven Teilnahme von Präsident Putin beitragen wird“.

    „Bezüglich des Abkommens über die Waffenruhe in der Ukraine, zum Beispiel, schaffen wir Bedingungen, damit Russland die der Weltgemeinschaft verständlichen Verpflichtungen erfüllt. Wir möchten Anstrengungen unternehmen, damit Russlands Präsident (Wladimir) Putin in diese Richtung geht“, so Abe.

    Bei einer Pressekonferenz nach dem Gipfel erklärte Shinzō Abe, dass seine Pläne, Russlands Präsident Wladimir Putin in Japan zu empfangen, unverändert bleiben. Der japanische Premierminister begründete dies mit der Notwendigkeit einer Fortsetzung der Verhandlungen über die territorialen Streitigkeiten, denn wegen dieses Problems gebe es zwischen den beiden Ländern auch 70 Jahre nach dem Kriegsende keinen Friedensvertrag.

    Abe äußerte auch die Meinung, dass ein Dialog mit Russland zum Friedensprozess in der Ukraine beitragen werde. Gleichzeitig betonte er, dass Japan den Werten der Gruppe der Sieben treu sei.

    Der 41. G7-Gipfel fand vom 7. bis 8. Juni 2015 auf Schloss Elmau in Bayern statt. Daran haben Staats- und Regierungschefs von Deutschland, den USA, Kanada, Frankreich, Italien, Japan und Großbritannien teilgenommen.

    Die G7 wurde 1975 etabliert und 1998 durch die Aufnahme Russlands zur G8 erweitert. Im März 2014 schlossen die anderen Mitglieder Russland aufgrund der ukrainischen Ereignisse aus und kehrten zum Format der G7 zurück.

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    G7-Gipfel 2015, G8, G7, Wladimir Putin, Shinzo Abe, Japan, Russland