04:36 28 Oktober 2020
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    Während sich die USA und Europa bemühen, den Islamischen Staat zu bekämpfen, geht China erfolgreich seinen Weg hin zur Dominanz in der Weltwirtschaft. Dies ähnelt sehr stark dem Marshall-Plan der USA in Europa in den Nachkriegsjahren, der den sowjetischen Einfluss aufhalten sollte, erklärte eine französische Wirtschaftswissenschaftlerin.

    Chinas Streben nach der Dominanz in der Weltwirtschaft basiert laut Mylène Gaulard, einer französischen Wirtschaftsprofessorin an der Universität Pierre Mendès-France in Grenoble, auf dem Marshall-Plan der USA in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Gaulard zufolge erobert China jetzt ausländische Märkte und gewinnt Kontrolle über Entwicklungsländer in Südasien, genauso wie die USA es damals in Europa taten.

    „Seitdem Präsident Xi Jinping 2012 an die Macht kam, setzt das Land tatsächlich zunehmend auf die sogenannte ‚Soft Power‘. Neben den wirtschaftlichen und finanziellen Verbindungen hilft China den Entwicklungsländern, Infrastrukturprojekte zu finanzieren, und leistet immer mehr Entwicklungshilfe für Länder, in denen es starke Interessen hat“, sagte Gaulard in einem Interview für die Nachrichtenwebseite Atlantico.

    Genauso wie die USA anhand des Marschall-Plans den sowjetischen Einfluss in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg verhinderten, werde die neue Investitionsbank, die China gegründet hat, um Infrastrukturprojekte in Asien zu finanzieren, seine Interessen in diesen Ländern verteidigen, erläuterte die französische Wirtschaftswissenschaftlerin.

    Dies werde auch chinesische Unternehmensinvestitionen und den Export chinesischer Produkte fördern sowie die Lieferung von Rohstoffen sichern, fügte Gaulard hinzu.

    Chinas stets zunehmende Militärausgaben seien ein Zeichen für die „Hard Power“, die dazu verwendet wird, um eine immer größere Rolle in der Region zu spielen.

    Gegenwärtig erweitere China zunehmend seine Präsenz in Afrika, Zentralasien und Lateinamerika. Chinesische private und staatliche Unternehmen gründen in rohstoffreichen Ländern ihre Niederlassungen und schließen mit diesen Ländern Freihandelsabkommen, so Gaulard.

    Der Marshallplan, offiziell European Recovery Program (kurz ERP) genannt, war ein großes Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA, das nach dem Zweiten Weltkrieg dem an den Folgen des Krieges leidenden Westeuropa zugutekam. Es bestand aus Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren. Die USA wollten damit 17 europäischen Ländern erneuten Wohlstand bringen und die Ausbreitung des Kommunismus verhindern.

    Das Programm wurde 1948 in Kraft gesetzt und galt vier Jahre lang.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Zweiter Weltkrieg, Xi Jinping, USA, China