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    Volkswehr: Mehr als 1.500 Vermisste im von Kiew kontrollierten Donbass

    © Sputnik / Ramil Sitdikov
    Politik
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    Seit Anfang des Jahres sind mehr als 1.500 Bewohner des vom Kiew kontrollierten Gebietes Donbass verschwunden, meldet die Donezker Nachrichtenagentur unter Bezugnahme auf ein Dokument der Staatsanwaltschaft der Region Donezk.

    "In diesem Jahr nimmt die Zahl der vermissten Personen in der Region stetig zu. Nach dem Stand vom 01.06.2015 sind es bereits 1.592 Menschen. Innerhalb der  letzten fünf Monate wurde der Aufenthaltsort von 208 vermissten Personen festgestellt“, meldet die Agentur unter Berufung auf das Dokument.

    Die Agentur erwähnt in ihrer Meldung, dass in dem Dokument Angaben der Mitarbeiter der lokalen Innenbehörden enthalten sind.

    "Deutlich erhöht hat sich die Zahl der vermissten Personen in den Städten Artjomowsk (115 Personen), Selidowo (88), Slawjansk (82), Kramatorsk (69), Dserschinsk (61) sowie dem Marjinski-Bezirk (69) und dem Oktjabrski-Bezirk der Stadt Mariupol (66)", heißt es in der Untersuchung der Staatsanwaltschaft. All diese Städte befinden sich im vom Kiew kontrollierten Teil des Donbass.

    Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen gegen Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den nationalistischen Umsturz in Kiew im Februar nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.
    Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben mehr als 6.200 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Regelung der Situation im Donbass wird unter anderem bei den Treffen der Kontaktgruppe in Minsk besprochen, die seit September des vorigen Jahres bereits drei Dokumente zur Beilegung des Konflikts angenommen hat.

    Die Minsker Vereinbarungen sehen einen Waffenstillstand, den Abzug der schweren Waffen und die Einrichtung einer Sicherheitszone vor. Darüber hinaus werden die ukrainischen Behörden aufgefordert, einen direkten Dialog mit Vertretern der selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk unter anderem über die Abhaltung von Wahlen in der Region aufzunehmen und eine Änderung der ukrainischen Verfassung zu beschließen, die eine Dezentralisierung der Machtstrukturen beinhalten soll. Dabei sollen „einzelne Regionen der Gebiete Donezk und Lugansk“ einen Sonderstatus bekommen.

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    Tags:
    Minsker Abkommen, Ukraine, Kiew, Lugansk, Artjomowsk, Kramatorsk, Slawjansk, Donbass, Kontaktgruppe