17:44 16 Dezember 2017
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    Ex-US-Botschafter: Gewalt statt Diplomatie

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    Die USA verstehen die Grundsätze der Diplomatie nicht und wenden stattdessen auf der geopolitischen Arena nur Gewalt an, schreibt Chas Freeman, ehemaliger US-Botschafter in Saudi Arabien und Ex-Berater des US-Verteidigungsministers in einem Beitrag für das Magazin „The American Conservative“.

    Laut dem Autor des Artikels basiert die US-Außenpolitik nach dem Zerfall der Sowjetunion fast ausschließlich auf Wirtschaftssanktionen, militärischer Einschüchterung und Gewaltanwendung, obwohl das nicht die einzigen Maßnahmen der traditionellen Staatsführung seien.

    „In Washington ist die Androhung von Gewalt das erste, nicht das letzte Mittel in der Außenpolitik geworden. Wir Amerikaner verwenden standardmäßig Druckmaßnahmen, um andere Länder zu beeinflussen, ob Alliierte, Freunde, Gegner oder Feinde“, behauptet Freeman.

    Nach seinen Worten antworten die USA auf beliebige Herausforderungen nicht mit diplomatischen Initiativen, sondern mit militärischem Gehabe.

    „In den letzten Jahren haben die Vereinigten Staaten bei Kriegen und Anti-Terror-Operationen unter Verwendung von Drohnen unzählige Menschen in Westasien und Nordafrika getötet. Bei unseren Kampagnen haben wir Blut vergossen und das Leben vieler unserer Soldaten genommen oder zerstört. Gleichzeitig haben wir unsere Wirtschaft durch die Ableitung notwendiger Investitionen geschwächt“, schreibt der Ex-Botschafter.

    Doch eine solche Machtdemonstration füge nicht nur anderen Nationen Leid zu, sondern drohe auch den USA selbst, da sie den Hass gegen die USA verstärke, sagt Freeman.

    Außerdem kritisiert Freeman die Sanktionspolitik der USA gegenüber anderen Ländern, denn sie schade den amerikanischen Geschäftskreisen und begünstige den Protektionismus in den von den Sanktionen betroffenen Ländern.

    Die USA konnten Freeman zufolge ihre Diplomatie bisher nicht auf ein professionelles Niveau bringen. In den USA analysiere man die Ergebnisse der diplomatischen Aufgaben nicht, daher sei es unmöglich, aus den gesammelten diplomatischen Erfahrungen zu lernen. Zudem sei Diplomatie kein Teil der politischen Bildung in den USA, die politische Elite habe daher kein Verständnis dafür, was Diplomaten tatsächlich tun, was sie tun können und was sie tun sollten, erläutert Freeman.

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    Tags:
    Diplomatie, Sanktionen, Protektionismus, Krieg, Gewalt, Drohne, The American Conservative, Chas Freeman, USA
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