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    Russland-Sanktionen können Deutschland 500.000 Arbeitsplätze kosten – Studie

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    Die durch die EU-Sanktionen ausgelöste Wirtschaftskrise in Russland kann weitaus schlimmere Konsequenzen für die Länder der Europäischen Union und die Schweiz haben als bislang erwartet, wie die Zeitung „Die Welt“ am Freitag unter Berufung auf das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) schreibt.

    Laut einer Wifo-Studie sind europaweit viel mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze und rund 100 Milliarden Euro an Wertschöpfung in Gefahr. Die Wissenschaftler gehen in ihrer Studie von einem "Worst-Case-Szenario" aus.

    "Die Exportausfälle, die wir im Herbst vergangenen Jahres schlimmstenfalls angenommen hatten, sind inzwischen Realität", zitiert die Zeitung Oliver Fritz, einen der drei Autoren der Studie.

    Die Zeitung hebt hervor, dass Deutschland am stärksten gefährdet ist. Falls die Situation sich nicht ändern sollte,  „könnte die andauernde Krise Deutschland in den nächsten Jahren etwas mehr als einen Prozentpunkt an Wirtschaftsleistung kosten“. Den Berechnungen des Wifo zufolge stehen in Deutschland  knapp eine halbe Million Arbeitsplätze und rund 27 Milliarden Euro an Wertschöpfung auf dem Spiel.

    „Keine andere große europäische Volkswirtschaft wäre so stark betroffen. Italien würde…etwas mehr als 200.000 Arbeitsplätze und 0,9 Prozent der Wirtschaftskraft verlieren, in Frankreich wären es knapp 150.000 Arbeitsplätze und 0,5 Prozent“, so „Die Welt“.

    Die EU-Kommission vertritt jedoch die Auffassung, dass die Auswirkungen der Gegensanktionen Russlands für die europäische Wirtschaft "relativ klein und handhabbar" seien.

    „Die Kommission zeigte sich Ende Mai sogar zuversichtlich, dass die bestehenden negativen Auswirkungen der Handelsbeschränkungen sich nun wieder verringern“, so „Die Welt“. Die unterschiedlichen Einschätzungen rührten daher, dass die Kommission eine kurzfristige Betrachtung vornehme und davon ausgehe, dass die negativen Effekte sich nun abmildern würden. „Dem Szenario der Wifo-Ökonomen liegt hingegen die Annahme zugrunde, dass sich die schlechte Situation aus dem ersten Quartal 2015 fortsetzen wird“, unterstreicht die Zeitung.

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    Sanktionen, EU, Österreich, Schweiz, Deutschland, Russland