21:07 20 September 2018
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    NATO-Manöver BALTOPS

    Politologe: Nato-Manöver eher verärgernd als abschreckend für Russland

    © AFP 2018 / JANEK SKARZYNSKI
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    Die Führung der Nordatlantischen Allianz hat eine falsche Logik in den Beziehungen mit Russland gewählt, wie der französische Politologe Cyrille Bret in einem Beitrag für die Zeitschrift “Atlantico” schreibt.

    Der Verfasser verweist darauf, dass die Nato Anfang Juni das umfassende Manöver BALTOPS-15 in Polen und den Baltischen Ländern durchgeführt hat. Dabei waren mehr als 40 Schiffe sowie  5000 Soldaten aus 17 Mitgliedsländern der Allianz im Einsatz.

    Laut Bret sollte jedoch der Einfluss der Rhetorik und der Übungen der Nato auf Russland nicht überschätzt werden. „Die Nato-Manöver wirken eher verärgernd, als abschreckend auf die russischen Behörden“, so der Politologe.

    Der Allianz mangele es an Feingefühl in den Beziehungen mit Russland, so  Bret. „Die sich wiederholenden Drohungen, die Nato in Richtung Ukraine zu erweitern, und die Wahl einer harten Rhetorik durch die Generalsekretäre der Allianz Rasmussen und dann Stoltenberg sowie das Raketenabwehr-Projekt sind unnötige Provokationen gegen Russland. Vorsichtigere, aber langfristige Handlungen wären dabei effektiver“, so der Experte.

    Nato-Manöver in Rumänien
    © AP Photo / Andreea Alexandru/Mediafax via AP
    Nach dem Zerfall der Sowjetunion habe die Nato „ihren Feind verloren“, aber die Wiederherstellung von Spannungen in den Beziehungen mit Russland hauche der Allianz ein neues Leben ein, schreibt Bret. „Wenn der Kalte Krieg zurückkehrt, erlangt die Nato wieder ihre Berufung.“

    Der Politologe unterstreicht auch, dass die jetzigen Differenzen mit Russland anders seien, als die in den Zeiten des Kalten Krieges. Denn die ideologische Konfrontation sei schon vorbei, das Ringen um Einflusssphären habe nachgelassen und die wirtschaftliche Rivalität sei nicht mehr aktuell, so Bret. Die Nato sollte ihre Herangehensweise ändern, schlussfolgert der Autor.

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    Konfrontation, Baltops-2015, NATO, Jens Stoltenberg, Anders Fogh Rasmussen, Cyrille Bret, Ukraine, Russland, Polen